Am Aussterben der Dinosaurier war also doch dieser Asteroid schuld. Ganz allein. Endlich haben wir, die wir sowieso keinen von denen persönlich gekannt haben, Gewissheit. Der Täter hat zwar eh einen Bekennerkrater hinterlassen, aber bisher hatte man halt noch ein paar Vulkane als Komplizen in Verdacht. Wer demnächst die Kühe aus der Welt schaffen wird, das steht ebenfalls bereits fest. Noch bevor es überhaupt passiert ist.

Es wird jedenfalls kein Selbstmordattentäter aus dem All sein. (Wobei: Ich denke ja, dass es ein Unfall war.) Sondern jemand von hier, von der Erde: der Mensch. Und welcher von den fast acht Milliarden? Früher hätte ich da sofort auf die Vegetarier getippt. Und mehr noch auf die Veganer. Weil sie die Rindviecher quasi zum Tode verurteilen (beziehungsweise zum Nichtgeborenwerden). Durch ihre standhafte Weigerung, sie zu essen oder ihr Eutersekret zu trinken. Außerdem haben sie ihre eigene Kuh: die Sojabohne. Die ist sowohl ihre Milch- als auch ihre Schnitzelkuh. Und sogar als Taschenkuh soll sie sich eignen. Nein, niemand trägt ein "Schoßböhnchen" im Handtascherl herum, vielmehr kann man aus Soja-Leder Taschen erzeugen. (Zum Beispiel die für die Taschenhunde.) Und wer glauben die denn, frisst nachher ihren Dreck weg, den ausgelaugten Gatsch, der bei der Sojamilch- und Tofuproduktion anfällt? Ach, dafür sind die Fleischkühe wieder gut genug.

Die Vegetarier und Veganer sind aber ohnedies bestenfalls Mittäter. Weil’s zu wenige von ihnen gibt. Meine Hauptverdächtigen sind deshalb die Klimaschützer. Nicht, dass ich sie verurteilen würde. Sie zögern damit ja vielleicht unser Aussterben hinaus. Und nach dem Benzin-Auto ist jetzt eben die Kuh dran. Die ist schließlich genauso schlimm. Kuhmilch ist das neue Erdöl. Und sie wird nicht klimafreundlicher, wenn man sie grün einfärbt. Mit Spinat. Kommt also eine CO2-Steuer auf Milchprodukte? Natürlich nicht. Kühe furzen Methan, hallo? Und vor allem rülpsen sie es in die Atmosphäre, dieses Treibhausgas, das 25-mal so böse ist wie das Kohlendiavolo, Tschuldigung: -dioxid. Wir müssen uns folglich auf eine CH4-Steuer einstellen. Und im Endeffekt wird es auf ein Totalverbot hinauslaufen. Man kann den Kühen ja nicht einfach einen Elektromotor einbauen wie den Autos. Oder eine Gasmaske aufsetzen. Warum nicht? (Letzteres, meine ich.) Oder ihnen den Magen verkleinern. Den Pansen rausoperieren, in dem das Methan gebildet wird. Oder sie zum Elmayer schicken. In einen Benimmkurs. (Rülpsen ist nicht ladylike!).

Andererseits experimentiert man grad damit, ihnen was ins Futter zu mischen, was ihre Verdauung klimaverträglicher macht. (Rattengift?) Und, he, was, wenn man das tatsächlich irgendwann hinkriegt? Drum trink ich fleißig Milch, um die Kuh bis dahin am Leben zu halten. Ich schau halt, dass nicht "bio" draufsteht. Biokühe rülpsen und furzen mehr. Wegen der gesunden, ballaststoffreichen Ernährung. Okay, dafür fressen Turbokühe den Regenwald auf, der nachher kein CO2 mehr aus der Luft filtern kann. (Oder eigentlich wird er von Menschen gerodet, die dort dann Soja anbauen. Und das fressen die Kühe.) Na und? Das ist in Südamerika. Aber die Biokühe, die rülpsen bei uns! Es ist echt schwer, Arten- und Klimaschutz unter einen Hut zu bringen. Und wenn‘s längst zu spät ist für die Kuh? Esse ich eben wieder Schweinefleisch und trinke Cola.