Der Tiroler SPÖ-Chef Dornauer hat anscheinend eine geladene Waffe im Porsche. Noch dazu am Flughafen. Dabei hat er sie angeblich nur zum Jagen gebraucht. Also so wird man die Fridays-for-Future-Generation nicht gewinnen. Vom Jagen mit dem Porsche zum Flughafen. Das ist ja so, als würde man in der Burka mit Davidstern und die "Internationale" singend zum Religionsunterricht in der katholischen Privatschule antanzen.

Oder versteh’ ich das falsch und das sind einfach die Reste des einst so stolzen republikanischen Schutzbundes? Oder ist das insgesamt ein Zeichen der Lebensmüdigkeit der Sozialdemokratie?

Da muss man schon feststellen, dass die andere Seite des politischen Spektrums weitaus besser aufgestellt ist. Im deutschen Mecklenburg-Vorpommern wurden zum Beispiel 2017 bei einem Mitglied der Chatgruppe "Nordkreuz" Waffen, Blendgranaten und über 23.000 Schuss Munition gefunden. Damit kann man schon einen Nachmittag lang die Zeit totschlagen. Vielleicht auch nicht nur die Zeit. 2019 hat man dann aber noch einmal nachgeschaut, da hat der Mann schon wieder Waffen, Sprengkörper und 31.000 Schuss Munition gehabt. Der sammelt gerne, scheint’s.

In der Chatgruppe hat man sich nicht nur auf den drohenden Weltuntergang und den herannahenden Bürgerkrieg vorbereitet, sondern auch Listen mit den Namen politischer Gegner herumgereicht. Ist aber alles halb so wild: Erstens wird dem Mann jetzt der Prozess gemacht und zweitens ist er Polizist. Das ist in Österreich natürlich ganz anders. Bei uns wurden schon seit April keine Waffen mehr bei Rechtsradikalen gefunden. Ganz im Gegenteil: In Braunau wird sogar Hitlers Geburtshaus in eine Polizeistation verwandelt. Wenn das kein Zeichen eines lebendigen Rechtsstaates ist.

Sicher gibt es bei uns auch Chatgruppen, aber darin werden nur harmlose Dinge verhandelt. Da geht es nur um Pfostenbesetzungen und Aufsichtsrotzmitglieder. Das gefällt aber auch nicht jedem. Und so kann es schon passieren, dass der ehemalige Finanzminister richtig ärgerlich wird und voll Ablehnung seinen Daumen erhebt. Das war schon im alten Rom so: Da kämpften die Gladiatoren in der Arena und wenn dann der Unterlegene sich im Sand wälzte, senkte der Imperator aus Freude und Anerkennung seiner Tapferkeit den Daumen und dann wurde der Verlierer Losverkäufer. Weiß man doch aus "Asterix".

In der Lotterie gewonnen hat scheinbar die FPÖ Wien. Bei der findet man nämlich auch interessante Sachen. Allerdings nicht in Wien, sondern in Osttirol. Also einem Land, das sprachlich und kulturell nichts mit Wien zu tun hat. Dort lagerte die Partei der Fleißigen und Anständigen nämlich Goldbarren. Das bräuchte die Partei als "Kriseninvest". Versteht man, Krisen hat die FPÖ ja ausreichend. Und vielleicht bereiten die sich ja auch schon auf den Weltuntergang vor. Das erinnert einen an die vermeintliche Weissagung der Cree. Auf die Freiheitlichen umgemünzt, müsste sie heißen: "Erst wenn das letzte Liederbuch veröffentlicht, der letzte Pfosten besetzt, die letzte bsoffene Gschicht verdrängt, werdet Ihr feststellen, dass Goldbarren Euch nicht wählen können." Hugh!

Jäger, Krieger und Sammler schleichen durch die politische Wildnis.