Es klingt ein bisschen nach einer albanischen Marmelade, die man jetzt in Hipster-Läden für viel Geld kaufen kann. Oder nach dem Nachnamen eines italienischen Formel-1-Rennfahrers. Oder nach der Zauberin der Polarnacht in einem norwegischen Märchen: Moria. Nun, nichts davon ist wahr.

Severin Groebner ist Kabarettist, Autor und Gründungsmitglied der "Letzten Wiener Lesebühne".
Severin Groebner ist Kabarettist, Autor und Gründungsmitglied der "Letzten Wiener Lesebühne".

Dafür hat Moria allerlei andere Bedeutungen. Wenn man nur ein bisschen recherchiert, ist Moria zum Beispiel eine griechische Nymphe, die ihren durch einen Schlangenbiss getöteten Bruder durch ein Heilkraut namens "Die Blume des Zeus" wieder zum Leben erweckt. Aha.

Oder Moria ist jener Ort, den der Gott des alten Testaments - also der grantige Alte, mit dem nicht gut Manna essen ist und der bei Missfallen Städte und Länder in Schutt und Asche und Heuschrecken legt, der also, nicht der wohlig-liebliche Christengott, der voll langweilig für alles immer Verständnis hat, um Dich dann doch im Fegefeuer brutzeln zu lassen - bestimmt hat, damit Abraham dort seinen Sohn Isaak opfern soll. Was aber vom selben Gott gleich wieder verhindert wird. Der weiß auch nicht, was er will. Vielleicht liegt das an seinem bereits fortgeschrittenen Alter. Das männliche Klimakterium ist ja noch ziemlich unerforscht. Beim göttlichen ist die Quellenlage noch dunkler. (Hihi)

Oder Moria ist die Zwergengrotte im "Herr der Ringe", in der die Zwerge vor lauter Silberbergbau einen Dämon, einen sogenannten Balrog, geweckt haben. Klingt ein wenig nach einem Vorläufer des Semmeringbasistunnels oder Stuttgart21. Gandalf kämpft dann mit dem Balrog und wird mit ihm in die Tiefe gerissen. Der Dame von Welt wird übrigens abgeraten, den Balrog zum Opernball zu tragen. (Superwitz!)

Oder Moria steht für ein Lager auf der griechischen Insel Lesbos, das für 3000 Personen ausgelegt ist, in und um das aber etwa schon etwa 20.000 geflüchtete Menschen leben. Also "leben" kann man das im engeren Sinne eigentlich nicht nennen. "Existieren" wäre für diese Art des Dahinvegetierens noch euphemistisch. Kaum Trinkwasser, schlechte Stromversorgung, drei Ärzte, acht Krankenschwestern und zwei Hebammen für knapp 20.000 Menschen? Das ist ja quasi ein All-exclusive-Klub (2. Superwitz!). Dafür gibt es dort Mitarbeiter von "Ärzte ohne Grenzen" statt von Animateuren ohne Manieren (Schon wieder einer, ich schmeiß mich weg).

Aber das ist nicht nur in Moria so, sondern auch auf anderen griechischen Albtrauminseln (auch nicht schlecht), wo insgesamt mindestens 40.000 Menschen auf diese "humane" Art interniert sind. Und warum? Weil sich die Europäische Union mit 447 Millionen Einwohnern nicht darauf einigen kann, wie sie diese 40.000 verteilen könnten. Logisch, das sind ja immerhin etwa 0,1 Promille der Bevölkerung. Und Promille haben wir im Abendland nur im Blut (Bruhahahahaha! Heute läuft’s!!). Und wenn dann im Sommer noch die Temperaturen auf mehr als 40 Grad in diesen Lagern steigen, weiß man auch, warum die "Hot Spot" heißen (Ein Burner!).

Oder Moria ist der griechische Name für die "Witzelsucht", eine Krankheit, die Betroffene dazu verleitet, ständig unangebrachte Witze zu machen. Man stelle sich vor in Moria bricht Moria aus, dann lachen sich dort alle tot. (Der musste sein. Hahaha.)

Nur ist leider anschließend keine "Blume des Zeus" zu finden.