Langsam beginnen sich diese ganze Corontäne und die alltäglichen Meldungen über den Arbeitsmarkt in mein Unbewusstes vorzuarbeiten. Heute hab ich etwa Folgendes geträumt:

Severin Groebner ist Kabarettist, Autor und Gründungsmitglied der "Letzten Wiener Lesebühne".
Severin Groebner ist Kabarettist, Autor und Gründungsmitglied der "Letzten Wiener Lesebühne".

Ein Spargelacker, irgendwo im Marchfeld. In gebührendem Abstand stehen unterschiedliche Menschen in gebückter Haltung herum und holen Spargel um Spargel aus der Erde. Plötzlich beginnt einer, ohne ersichtlichen Grund zu kichern.

Darauf fragt ihn sein Nachbar: Was ist bitte gerade so lustig?

Der Lachende: Mir ist nur gerade etwas Saukomisches eingefallen.

Der Erste wieder: Und zwar?

Lachender: Bis jetzt war Spargel für mich eine schleimige Masse für die Haare, die ich bei einem ganz bestimmten Supermarkt gekauft habe . . . hihi.

Erster: Das findest du lustig?

Lachender: Klar! Spar-Gel . . . na? Hihi! . . . Aber das verstehst du nicht. Ich bin nämlich eigentlich Kabarettist. Und daher weiß ich, dass das ein Superwitz wäre.

Erster: Ah. Kabarettist. Da ist ja der Job hier genau das Richtige für dich. Ob man sich jetzt über den Spargel bückt oder auf der Bühne verbeugt . . . ist ja fast dasselbe.

Kabarettist: Haha. Sehr lustig. Und was machst du, wenn du nicht gerade Gemüse jagst?

Erster: Ich bin Immobilienmakler.

Kabarettist: Der Immobilienmakler an die frische Luft gesetzt. Das ist lustig!

Makler: Find ich nicht.

Kabarettist: Wieso hast du eigentlich keinen Job mehr? Wenn alle daheim bleiben müssen, werden doch Wohnung gebraucht.

Makler: Und wie willst du denn einen Besichtigungstermin durchführen, wenn keiner das Haus verlassen darf?

Ein Dritter mischt sich ein: Entschuldigung! Ich suchen Wohnung. Du können mir helfen?

Makler: Na sicher. Was machst du beruflich?

Dritter: Dasselbe wie du.

Kabarettist: Du bist auch Immobilienmakler?

Dritter: Nein, ich stechen auch Spargel.

Makler: Lauter Komiker hier.

Dritter: Nein, ich Asylwerber. Gewesen. Aber jetzt besser. Jetzt Ernte’elfer.

Kabarettist (mit Sportreporter-Stimme): Der Schiedsrichter zeigt auf den Punkt. Und tatsächlich gibt es im Match zwischen Grün und Weiß hier im Spargel-Stadium jetzt den ersten Ernte-Elfer!

Asylwerber: Lustiger Mann!

Makler: Der Zielgruppe gefällt’s.

Ein Vierter mischt sich ein: Ich fand es auch ganz amüsant.

Kabarettist: Na, bitte!

Makler: Was machst du beruflich?

Vierter: Ich bin Virologe.

Kabarettist: Und da bist du jetzt gerade arbeitslos?

Virologe: Nein, ich bin zur Erholung hier. Ich bin völlig überarbeitet, ich hab seit Wochen die Sonne nicht gesehen. Nur noch Labor, Labor, Labor. Totales Burnout. Und dazu dauernd diese Interviews! Ständiger Kontakt mit Menschen. Das bin ich nicht gewohnt.

Asylwerber: Bei mir umgekehrt. Wollen du tauschen? Ich kennen alle Zeltlager in Europa. Mit und ohne Wasser.

Virologe: Jetzt genieße ich die Sonne, die frische Luft, den blauen Himmel . . .

Aus dem Hintergrund schreit die Bäuerin: Ruhe dahinten! Weiter arbeiten!

Kabarettist: Wir sprechen nur über die Schönheit des Landlebens, weil wir . . .

Bäuerin: Ruhe! So schee is des net!

Kabarettist: Auch das geht vorbei.

Virologe: Hoffentlich.

Dann bin ich aufgewacht.