Das Motto der Stunde lautet: Konzentration auf das Wesentliche. Schrieb ich vor einer Woche noch gegen aktuell (oder auch jederzeit) fragwürdige Konsumobjekte an, gegen gedankenlosen Luxus und überflüssigen Schnickschnack, will ich es diesmal genau umgekehrt halten. Diesmal geht es um die Essenz des Daseins.

Walter Gröbchen ist Label-Betreiber (www.monkeymusic.at), Musikverleger und Autor in Wien. Mehr Kommentare und Kolumnen auf seinem Blog groebchen.wordpress.com
Walter Gröbchen ist Label-Betreiber (www.monkeymusic.at), Musikverleger und Autor in Wien. Mehr Kommentare und Kolumnen auf seinem Blog groebchen.wordpress.com

Freilich bin ich nicht ganz unbeeinflusst von der Situation, in der ich mich selbst gerade befinde - ich sitze an der Kassa meines kleinen Plattenladens - und mehr oder minder auch das gesamte professionelle Umfeld. Da ich ja auch ein Musiklabel betreibe, studiere ich täglich die Zeitungen, was man, sprich: die Politik, sich in punkto "Kulturnation Österreich" einfallen hat lassen. Es ist, kurz gefasst, wenig. Beschämend wenig bis dato. Die Förderungen für Film, Musik, Verlagswesen und Bildende Kunst wurden in einer existenziellen Krise mit heutigem Datum um 3,07 Millionen Euro erhöht. Zum Vergleich: Welche Summe ist nochmal in das KTM-Museum in Mattighofen geflossen? Was verlangt Anna Netrebko für einen Abend an der Staatsoper? Und welche Summen hat das Kultur-Staatssekretariat für seinen eigenen Apparat jährlich budgetiert?

Willkommen im güldenen Prekariat! Aber ich will nicht klagen. Irgendwie wird man sich schon durchwursteln. Kunst ist auch immer die Kunst, sein eigenes Biotop zu schaffen, das erstaunliche (und immer wieder auch erstaunlich mysteriöse) Antriebskräfte und Lebenssäfte kennt. Ich habe mich noch vor wenigen Minuten mit einem Branchenkollegen darüber unterhalten, dass wir eigentlich das gesamte Jahr 2020 werden abschreiben müssen (wie das dem Finanzamt erklären?). Jetzt aber hat eine Frau schnurstracks den Store betreten und will eine "wirklich gute" HiFi-Anlage erwerben. Der Hinweis meines Geschäftspartners, das werde eventuell nicht ganz billig, quittiert sie mit erkennbar wissendem Lächeln unter der Gesichtsmaske. Wenn nicht jetzt die richtige Zeit für Investitionen in den Musikkonsum in den eigenen vier Wänden sei, wann dann?

Ich hätte da aktuell eine Empfehlung parat: den Nubert Amp X. Made in Germany. Das ist ein Vollverstärker im Kleinschachtel-Format, der - weil er viele frische Ideen und Möglichkeiten für die digitale Audio-Welt integriert hat - einen wirklichen Aha!-Effekt auszulösen vermag. Es ist ein Stereo-Baustein ganz neuen Typs, vor allem im Zusammenspiel mit Aktivboxen (vorzugsweise auch von Nubert). Dabei ist das schmucke Kästchen erstaunlich kostengünstig. Und klingt auch mehr als annehmbar. Dass es einen eigenen, hochwertigen Plattenspieler-Eingang gibt, lässt auch Vinyl-Afficionados frohlocken.

Der Haken an der Sache? Ein sehr spezieller: Mein Kollege wird damit kein Geschäft machen. Nubert ist Direktvertreiber, beliefert also keine Zwischenhändler. Jetzt könnte man ein Geheul über das Internet, den Versandhandel und die Profitabsichten anstimmen. Aber ich vergönne Nubert den absehbaren Erfolg! Wir werden alle nur mit Solidarität eine Zukunft haben. Und vielleicht holen sich zufriedene, gut gelaunte Nubert-Kunden ihre Software zur Hardware, sprich: ihre Schallplatten dann bei uns im Geschäft.