Zuletzt habe ich Post von Heidi Horten bekommen. Sitzt die doch glatt mutterseelenallein in ihrer Milliardärsvilla am Wörthersee und schreibt im Internet, dass es gleich richtig viel Geld für den Krobath geben wird. Weil sie das Elend auf der Welt nicht mehr länger mitansehen kann, meint die Gute, und das gilt für mein ganz privates Elend natürlich auch. Eh sehr nett von ihr.
Ich denke, dass ich die finanziellen Zuwendungen von der Frau Horten gerne annehmen werde. Außer der Mensch muss hier ähnlich viele Formulare ausfüllen wie bei der Wirtschaftskammer. In dem Fall würde ich lieber doch auf einen Milliardär aus Afrika warten. Weiß auch nicht, was mit denen los ist im Moment. Überhaupt spinnt das Internet. Keine Penisverlängerung, kaum günstiges Viagra, quasi keine Erbschaft aus dem Kongo wird mehr angeboten. Dafür aber schreibt Heidi Horten. Auch das kommt davon, wenn man die Grenzen sperrt. Sogar im Cyberspace kannst du dich nur noch auf die heimischen Milliardäre verlassen. Gut, der Stronach hat eh schon genug ausgegeben, um Österreich zu retten. Aber was wurde eigentlich aus Mateschitz? Wieso kommt von dem gar keine Post?
Ansonsten geht es mir gut. Weil ich viel Zeit zum Nachdenken habe. Meistens denke ich darüber nach, wie lange das Geld noch reichen wird. Der Härtefalltausender ging für das Fahrrad drauf. Das Fahrrad habe ich gebraucht, um in den Schrebergarten zu kommen. Der Schrebergarten war notwendig, weil es in der Wohnung keine frische Luft gegeben hat. Die frische Luft wurde gebraucht, damit wir uns nicht gegenseitig umbringen. Egal. Die einen machen Yoga. Ich habe Heidi.
Gerade habe ich ihr zurückgeschrieben. Weil im Sommer die Deutschen eh in Deutschland bleiben werden, leiste ich mir zum ersten Mal den Wörthersee. Es wird ein wunderbarer Urlaub sein. Hin mit dem Fahrrad, zurück mit dem Ferrari. Das Geld von der Heidi hole ich mit dem Elektroboot. Das ist nämlich das Schöne an der Krise: Der Mensch findet wieder zur Natur.