Dieses Joghurt kauf ich nie wieder. Das war echt gemein zu mir. Wissen Sie, was es zu mir gesagt hat? Eigentlich eh nix. Aber gekränkt hat mich sowieso mehr das, was es NICHT gesagt hat. Was es mir auf andere Art zu verstehen gegeben hat. Quasi in Gebärdensprache. Außerdem KANN ein Joghurt überhaupt nicht sprechen.

Andererseits: Wenn dieses C-Virus über die Nase und den Riechnerv ins Hirn eindringen und den Geruchssinn ausschalten kann, dann kommt es bestimmt auch bei den OHREN in den Kopf rein und schaltet da drin womöglich etwas - ein. (Den Ton?) Am besten tragen wir zusätzlich zur Maske noch Ohrenschützer. Tun ohnehin bereits viele. Okay, das sind Kopfhörer. Schützen trotzdem. Sofern man die Musik laut genug aufdreht. Dann kann sich das Joghurt die Laktobazillen aus der Milch schreien.

Und? Was hat es so unbedingt loswerden müssen? Dass ich mich beim Essen ein bissl zurückhalten soll. Als ob mir das meine Jean nicht längst mitgeteilt hätte. Plötzlich bilden sich Knopf und Loch nämlich ein, sie müssten Social Distancing betreiben. Obwohl sie nicht nur im selben Haushalt wohnen, sondern sogar in derselben Hose.

Dabei KANN ich nix für meinen Corona-Speck. Für Wochen hab ich mich ja kaum vom Sofa wegbewegen dürfen. Dauernd war eine Pressekonferenz im Fernsehen. Mit ganz wichtigen Verkündigungen. Kurzum, die Regierung ist schuld. Das Fitnessstudio hat sie mir ebenfalls zugesperrt. Wann ich zuletzt dort war? Im August, warum? Meine einzigen Fitnessgeräte sind jedenfalls meine Laufschuhe. Und mit denen bin ich eh einmal in der Woche zum Billa gelau-, gegangen.

Inzwischen wird Österreich zwar wieder hochgefahren, doch über Nacht nimmt man halt nicht ab. Hab’s versucht. Mein Pyjama mit den Schlankmacher-Streifen ist allerdings offenbar defekt. Der karierte funktioniert dafür tadellos. (Natürlich, was sonst?) Längsstreifen machen schlank, Querstreifen dick, daraus folgt: Karos machen einen genau so, wie man ist. Und jetzt will mir der Bürgermeister auch noch einen Essensgutschein schenken. Der soll mir lieber einen Gutschein für eine neue Hose schicken.

Wurscht. Nein, Joghurt. Beziehungsweise ist der "Obstgarten" ja eher eine Topfenmasse auf einem Fruchtspiegel. Ich hab also den Deckel abgezogen und . . . der Topfen ist vor mir zurückgewichen. Seit dem letzten Mal hatte er sich locker um einen Zentimeter abgesenkt. Wie dieser Tantalos hab ich mich gefühlt. Der Typ mit den Qualen. Dem hat ständig ein penetranter Babyelefant alles vor der Nase weggefuttert und -gesoffen. Oder so ähnlich. Und in mein Becherl hatte eindeutig auch wer hineingerüsselt. Bloß noch 175 Gramm, hallo? Früher 190! (Noch früher 200!!)

Die von Danone glauben wohl, wenn sie den Preis gleich lassen, merk ich nicht, dass was fehlt. Dass das jetzt ein "Obstgarten light" ist. Und der "richtige" leichte? Ist ab sofort noch leichter. Sie meinen’s ja sicher gut. Wollen einfach ihren Beitrag leisten. Im Kampf gegen die Corona-Blademie. 18 Kalorien weniger, immerhin. Pro Becher. 210 statt 228. He, wenn ich täglich 22 Becher esse, spar ich am Tag 400 Kalorien ein! Vielleicht sollte ich diese Diät doch ausprobieren.