Puh, geschafft. Zumindest BIN ich geschafft. Aber ob ich auch BESTANDEN habe? Ein bissl war das nämlich grad wie eine zweite Reifeprüfung. Diesmal halt im Homeschooling. Wegen Corona. Social Distancing und so. Das Fach, in dem ich - gänzlich kontaktlos (quasi platonisch) - geprüft worden bin, dürfte Mathematik gewesen sein. Jedenfalls hat man da Stricherln zählen müssen. Und am Ende eine Gesamtsumme eintragen. Ein neues Wort hab ich ebenfalls gelernt: "Verdunstungsheizkostenverteiler."

Vorher war das einfach "das Ding vorn am Heizkörper". Sieht aus wie ein Thermometer, nur dass die Flüssigkeitssäule kontinuierlich sinkt. Und das, obwohl ich nicht einmal mehr mit Fernwärme HEIZE. Womit denn sonst? Na ja, mit der Erderwärmung. Und die Wärmedämmung vom Gemeindebau sorgt offenbar dafür, dass sie bei mir in der Wohnung bleibt, die Erderwärmung. Und trotzdem muss ich blechen. Dabei stelle ich denen meinen Müll GRATIS zur Verfügung. Zum Verbrennen. Damit sie daraus ihre Fernwärme erzeugen können. Die Prüfungsaufgaben haben wir übrigens per Post zugeschickt bekommen. Wir? Meine Schwester und ich. Okay, meine Mathe-Matura 2.0 war eine Gruppenarbeit.

"An die WärmeabnehmerInnen . . ." (Ich bin eine "Wärmeabnehmerin"? Bräuchte ich dafür nicht einen Gewerbeschein?) Wir sollten also die Stricherln selber ablesen, sollten "den Ablesebeleg am per Plakataushang angekündigten Tag mit dunklem Kugelschreiber gut leserlich" ausfüllen (null Problemo) und "vor Beginn des erwähnten Zeitfensters" vor der Wohnungstür "deponieren". Und ab da ist es kompliziert geworden: "eventuell mit etwas beschwert, aber bitte keinesfalls mit einem Klebeband befestigt!" So ein Zetterl flattert eben leicht davon. Ich: "Beschweren? Womit? Wer hot’n schon an Staan bei sich daham rumliegen?" - Michi: "Mit der Dacke!" - Ich: "Und woher weiß der Ablesebeleg-Einsammler, dass er da drunter nachschauen soll?" - Michi: "Wir schreiben ihm an Zettel." - Ich: "Und womit beschweren wir DEN?" - Michi: "Den DÜRF ma jo mit an Tixo festpicken. Oder wir nehmen GLEI a Post-it." Alternative Ideen waren noch: den Beleg an die Tür nageln (verboten war ja bloß Tixo), ihn auf den Fußabstreifer TACKERN (zugleich eine super Diebstahlsicherung) oder: "He, und wemmas doch online machen?" Nein, das war mir echt zu unsicher: "Scho amoi wos von Hackern g’hört?". Moment, ein weiteres Problem: "Du, Michi, is das überhaupt erlaubt, ein Papierl vor die Tür zu legen?" - "Wieso?" - "Na, aus Feuerschutzgründen. Das is brennbar, hallo?" - "Dann beschwer mas besser ned mit an FEUERZEUG." - "Mit an nassen Schwamm vielleicht?" Schließlich haben wir den Babyelefanten draufgesetzt. Und während des gesamten Zeitfensters hab ich durch den Türspion gespechtelt. Von 13.15 Uhr bis 14.30 Uhr. Ohne Pinkelpause. Ein Beleg ist immerhin ein Dokument, den kann man nicht unbeaufsichtigt lassen. Niemand ist aufgetaucht. Eh klar. Nach eineinviertel Stunden hab ich also endlich aufs Klo gehen können (vor der nächsten Observierung trink ich weniger) und danach war der Beleg plötzlich - futsch. Hoffentlich hat ihn jetzt keiner geklaut.