Schön langsam nimmt das Babyelefantensterben wirklich dramatische Ausmaße an: "Dutzende Babyelefanten bei Corona-Party zerquetscht." Am Donaukanal werden sie auch regelmäßig über die Kante gedrängt und ertrinken dann hilflos. Man sollte sie schleunigst in die Rote Liste der gefährdeten Arten aufnehmen.

Sollte. Kaum jemanden kümmern die vom Gesundheitsminister verordneten imaginären Haustiere freilich noch. Dabei kann es doch echt nicht so schwierig sein, Abstand zu halten zu wildfremden Menschen, die man also eh nicht kennt und die einem wurscht sein können. Aber natürlich DÜRFEN sie einem nicht wurscht sein, denn ihretwegen muss man schließlich in der U-Bahn brav eine Maske tragen (die schützt ja angeblich nur die andern). Und wenn man GANZ lieb ist, tut man das sogar noch beim Einkaufen. Obwohl das nimmer Pflicht ist. Ganz lieb zu sein, das fällt mir allerdings zunehmend schwerer, angesichts dieser Bilder von Leuten beim No-risk-no-fun-Gruppenkuscheln. Stell dir vor, es ist eine Pandemie und alle gehen hin. (Statt dass sie zu Hause bleiben würden.) Andererseits: Was kann der Einzelne dafür, dass so viele andere ebenfalls da sind?

Außerdem müssen wir anscheinend sowieso keinen Abstand halten. Grad erst hat ein Gericht eine diesbezügliche Strafe wieder aufgehoben. Weil in der Verordnung lediglich was vom "Betreten" des öffentlichen Raums steht und nix vom "Verweilen". Stimmt. Noch in der aktuellen Covid-19-Lockerungsverordnung heißt es: "Beim Betreten öffentlicher Orte ist gegenüber Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, ein Abstand von mindestens einem Meter einzuhalten." Die hätten schreiben sollen: "Beim Betreten öffentlicher Orte und während des Verweilens an denselben . . ." Ein bissl umständlich, oder? Okay, "NACH dem Betreten" und aus. Besser? Nein, dann müssten sie jedem erst einmal beweisen, dass er den öffentlichen Ort überhaupt betreten hat. Und nicht etwa zur Tür rausgehüpft, -gerobbt oder auf allen vieren gekrabbelt ist oder einen Purzelbaum gemacht hat. He, warum nicht einfach "An öffentlichen Orten"? An, an - wo genau liegt denn "an"? Jedenfalls nicht DIREKT dort, aber gleich daneben. So wie Velden "am" Wörthersee.

Velden - gibt’s da nicht jeden Abend ein Massaker an den Babyelefanten? (Zuerst Werbung für einen Urlaub in Kärnten machen und sich nachher wundern, wenn tatsächlich wer kommt und nicht bloß im Hotelzimmer hockt.) Trotzdem soll das jetzt "kein Sommer-Ischgl werden". Drum gilt ab Freitag eine nächtliche Maskenpflicht. Eine Schlafmaskenpflicht? Um 21 Uhr ab ins Bett und Licht aus? Wie will man das kontrollieren, bitte? Blödsinn. Einen Mund-Nasen-Schutz sollen die Gruppenkuschler tragen. Draußen. Zwischen 21 und 2 Uhr. Und wenn die Party halt erst um 2.01 Uhr losgeht? Ja, und vorher machen sich alle ein kleines Loch in die Maske rein, fürs Strohröhrl, und glühen schon einmal vor. Fünf Stunden lang. (Velden wird DEFINITIV das Sommer-Ischgl.) Also, falls der Schönbrunner Tiergarten noch Platz für einen Babyelefanten hat, meinen kann er haben. In freier Wildbahn ist es nämlich mittlerweile viel zu gefährlich für diese sanften Zwerge.