Ab sofort im Supermarkt also wieder Maske. Na und? Ist MIR doch wurscht. Erstens hab ich meine sowieso nie abgenommen (zu Hause natürlich schon), weil ich eine Streberin bin, und zweitens wird ohnedies irgendwann rauskommen, dass wir uns nie hätten maskieren müssen.

Juristen zerlegen jedenfalls grad fleißig eine Verordnung nach der andern. Eben erst hat der Verfassungsgerichtshof festgestellt, dass etwa durch das Covid-19-Maßnahmengesetz bloß ein Betretungsverbot für "bestimmte" Orte gedeckt gewesen wäre und nicht gleich für ALLE Orte. (Alle öffentlichen, wohlgemerkt. Denn daheim durfte man sich während des Lockdowns ja ungestraft aufhalten, sollte es sogar, außer man hatte einen triftigen Grund rauszugehen, weil man zum Beispiel sonst verhungert wäre oder einem der Hund, mit dem man im gemeinsamen Haushalt wohnt, den Teppich versaut hätte.) Anscheinend hätte in der Covid-19-Maßnahmenverordnung-98 nämlich jeder Ort einzeln aufgelistet werden müssen. Äh, mit der genauen Adresse? (Der Spielplatz im Votivpark, die Sandkiste auf dem Stefan-Fadinger-Platz . . .) Nein, das nicht.

Und was bringt jetzt eine Gesichtsprohibition im Supermarkt (und in Bank- und Postfilialen)? Die Risikogruppen soll sie schützen. Warum dann nicht in ALLEN Geschäften? Weil man in die andern angeblich nicht unbedingt rein muss. Tja, können die "besonders Schutzbedürftigen" echt nur hoffen, dass ihre Geräte und Schuhe durchhalten, bis der Corona-Impfstoff fertig ist. He, die Nudisten dürfen in Zukunft nackert auf der Straße herumlaufen! Wenn sie wer anzeigt, berufen sie sich einfach auf den Bundeskanzler. Schließlich hat der gemeint, sie MÜSSTEN in kein Kleidergeschäft.

In den Öffis müssen Maskenverweigerer neuerdings Strafe zahlen oder werden kurzerhand am Bahnsteig ausgesetzt. Hm. Laut der Covid-19-Lockerungsverordnung ist zwar "eine den Mund- und Nasenbereich abdeckende mechanische Schutzvorrichtung zu tragen", es steht aber eigentlich nirgends, WO sie zu tragen ist. Ein Jurist wird ja wohl beweisen können, dass "eine den Mund- und Nasenbereich abdeckende mechanische Schutzvorrichtung" lediglich die Umschreibung für Mund-Nasen-Schutz ist, und ein Mund-Nasen-Schutz heißt immer noch Mund-Nasen-Schutz, selbst wenn er unterm Kinn hängt. Außerdem gibt es berechtigte Zweifel, ob mit "tragen" überhaupt "anziehen, aufsetzen" gemeint ist und nicht vielmehr "halten und irgendwohin bringen". Vielleicht hätten sie ihre Verordnungen vorher von einer Deutschlehrerin durchlesen lassen sollen. ("Schreib lieber: ,. . . ist der Mund- und Nasenbereich mit einer Schutzvorrichtung zu bedecken‘, Rudi.")

In der Sendung "Wien heute" vom Montag sagt ein Schaffner der ÖBB bei der Fahrscheinkontrolle zu einer, die ein Papiertaschentuch mit der Brille auf ihrer Nase festgeklemmt hat: "Gnä‘ Frau, Maske brauch ma a. Das gilt nicht als Maske." Wieso nicht? Bedeckt doch Mund und Nase, oder? Und ist immerhin vierlagig. Trotzdem hat die gnä‘ Frau 40 Euro blechen müssen. Ach, die kriegt sie sicher wieder zurück. Kommt eh eine Generalamnestie. Weil am Ende wird es gereicht haben, wenn man ein Packl Taschentücher im Hosensack gehabt hat.