Österreich geht ein Licht auf. Ein grünes. Vielleicht auch ein gelbes, ein oranges oder gar ein rotes. Denn das Gesundheitsministerium schaltet die Corona-Ampeln an. Da wird man sehen können, in welchem Bezirk es wie um die Covid-19-Lage steht.

Severin Groebner ist Kabarettist, Autor ("Lexikon der Nichtigkeiten") und betreibt seinen Videoblog "Der Verklärbär" auf YouTube und Facebook.
Severin Groebner ist Kabarettist, Autor ("Lexikon der Nichtigkeiten") und betreibt seinen Videoblog "Der Verklärbär" auf YouTube und Facebook.

An und für sich finden das alle gut, nur der Gesundheitsstadtrat von Wien, der Herr Hacker, hat gemeint, in Wien würden die Bezirke viel enger aneinander liegen. Er glaubt anscheinend, in Vorarlberg steht so mancher Bezirk ganz alleine auf der Landkarte herum. Und zwischen ihm und dem nächsten Bezirk erstreckt sich das reine Nichts. Oder Liechtenstein. Was wiederum die Aussage des Salzburger Landeshauptmanns Haslauer verständlich machen würde, der angesichts der Covid-Ampel gesagt hat: "Wichtig ist es, regional flexibel zu bleiben." Sicher. Aber was heißt das? Soll man dann - wenn im Nachbarbezirk die Covid-Ampel auf Orange oder gar Rot schaltet - den eigenen Bezirk einfach huckepack woanders hintragen? Geht natürlich nur am Land, wo die Bezirke nicht so eng nebeneinander liegen. Wahrscheinlich haben die Griffe an den Rändern, damit man sie regional flexibel wegtragen kann. In Wien müsste man die Bezirke stapeln.

Aber egal, auch wenn man noch nicht weiß, was man tun soll, wenn mal die Ampel auf Rot schaltet (Abreisen? Hinreisen? Carepakete schicken? Die Bezirkshauptmannschaft abbusseln? Demonstrieren? Andreas Gabalier einladen? HC Strache einen Wohnsitz anbieten?), so ist es zweifelsohne ein Schritt in die richtige Richtung. Und einigermaßen erprobt, schließlich hat man die Ampel ja dem Lawinenwarnsystem entlehnt. Das macht die Dringlichkeit des Unterfangens sichtbar. Schließlich sagen sich die wenigsten Menschen, wenn sie unter einer Lawine liegen: "Diese Lawine ist ein Schwindel, die hat sich Bill Gates ausgedacht! Um noch mehr Schneekanonen verkaufen zu können! Oder war das der Schröcksnadel?"

Aber ich glaube, es bräuchte noch mehr Ampeln. Wie wäre es mit Ampelsystemen, die einen darüber informieren, wo und wann die meisten Verkehrstoten und alkoholisierten Autofahrer zu finden sind? Ich vermute, Kärnten würde erröten.

Oder wo gibt es die häufigsten sexuellen Übergriffe und Gewalt an Frauen? Bundesweit mindestens Orange - außer in den Bischofssitzen.

Wo finden sich die meisten Übergriffe auf Kinder? Amstetten und alle Internate orange, die katholischen rot. Oder wo passieren die meisten rechtsradikalen Straftaten? Oberösterreich orange, Innviertel rot.

Wo kann man die meisten Steuerhinterziehungen erleben? Kleinwalsertal, Salzburg, Kitzbühel und Hietzing rot. Wo muss man aufpassen, um nicht auf unsolidarische Sozialdemokraten zu treffen? Eisenstadt rot wie nie.

Apropos Burgenland: Wo findet man Menschen, die so spirituell sind, dass sie sogar Kreditnehmer und deren Verbindlichkeiten ersinnen können? Mattersburg rot.

Und weil wir schon bei Finanz-"Jongleuren" sind, letzte Ampelfrage: In welchen Ministerien sollte man keine vertraulichen Informationen über russisches Giftgas lagern?

Da leuchtet es im Außen-, Wirtschafts- und Verteidigungsministerium plötzlich orange. Obwohl die alle anders eingefärbt waren.

Aber leider gibt es auf so einer Ampel kein Türkis oder Blau.