Wenn wir heute das Wort Corona hören, denken wir an jenes neuartige Virus, das Covid-19 auslöst. Der Ausdruck wird aber vielfältig verwendet, nicht nur für ein mexikanisches Bier, sondern auch als Vorname und als Ortsbezeichnung. Wie kam es dazu? Corona geht auf das Griechische zurück und bedeutete dort "Krähe" - so lautet etwa der lateinische Name der Aaskrähe Corvus corone. Eine zweite Bedeutung ist "Krümmung, Bogen". Daraus wurde lateinisch corőna mit der Bedeutung "Kranz, (Blüten-)Krone". In vielen Länder dient dieses Wort als Bezeichnung für eine Münze, in Schweden, Norwegen, Dänemark, Island und Tschechien, früher auch bei uns.
Aber wie ist Corona zu einem Vornamen geworden? Dies hängt mit der Heiligen Corona zusammen, einer Märtyrerin, die im zweiten Jahrhundert n. Chr. lebte. Eigentlich hieß sie Stephana, doch weil sie nach katholischem Glauben nicht nur als Patronin der Fleischhauer und Schatzgräber gilt, sondern auch als Patronin des Geldes, brachte ihr dies den Namen Corona ein. Besonders in Österreich und Bayern sind verschiedenen Wallfahrtsorte der Heiligen Corona gewidmet, so etwa St. Corona am Schöpfl, St. Corona am Wechsel und die Wallfahrtskirche St. Korona im gleichnamigen Stadtteil in Passau. Der Gedenktag der Heiligen Corona ist der 14. Mai. Wie auf der Website der angesehenen "Gesellschaft für deutsche Sprache" (GfdS) außerdem zu lesen ist, begann man im 16. Jahrhundert, den Heiligennamen Corona auch als Vornamen zu vergeben. Vermutlich geschah das zunächst in Verehrung der Heiligen. Aber nicht nur als Vorname ist Corona bekannt. Als Familienname kommt Corona vor allem in Mexiko und Italien vor; zahlreiche Träger des Familiennamens Corona stammen aus diesen Ländern, darunter die Leichtathletin Frida Corona, der Fußballtorhüter Jesús Corona und der Filmemacher Franco Corona. Monte Corona ist der Name eines Vulkans auf Lanzarote. Darüber hinaus gibt es in den USA einige Städte namens Corona, so etwa in den Bundesstaaten Kalifornien, South Dakota und New York.
Der romantische Dichter Friedrich de la Motte Fouqué setzte dem Namen mit seinem epischen Gedicht "Corona" im Jahr 1814 ein literarisches Denkmal. In den 1990er Jahren feierte die Band Corona mit dem Lied "The Rhythm of the Night" einen Erfolg. Ich wollte wissen, wie viele Mädchen in Österreich auf den Namen Corona hören. Schaut man in die Website von Statistik Austria, so sieht man, dass dieser Vorname von 1984 bis 2018 sechs Mal vergeben wurde. Einer interaktiven Atlaskarte kann man sogar die regionale Verteilung entnehmen. Zwei Coronas gibt es in Niederösterreich, je eine in Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Wien. Das Mädchen aus Tirol ist das jüngste Kind mit diesem Namen - es wurde 2018 geboren. Natürlich konnten die Eltern nicht wissen, welche Assoziationen der Name später auslösen würde. Vielleicht hat das eine oder andere Kind einen zweiten Vornamen, auf den es wechseln kann. Wer keinen zweiten Vornamen hat, kann einen Antrag auf Namensänderung stellen. Aber vielleicht hat der Ausdruck in ein paar Jahren ohnedies seinen Schrecken verloren.