Testen, testen, testen - die Strategie im Kampf gegen dieses Virus. (Na ja, neben dem Händewaschen, Händewaschen, Händewaschen und dem Babyelefanten.) Jetzt muss sogar jeder, der auch nur durch Österreich durch will, einen Test absolvieren, einen schriftlichen, und erst einmal den Nachweis erbringen, dass er lesen und schreiben kann. (Okay, bloß wenn er vorher in einem Risikogebiet gewesen ist.)

Und weswegen? Blöde Frage. Damit keine Analphabeten mehr die Grenze passieren. (Zumindest nicht aus Ländern, für die eine Reisewarnung gilt. - Wieso nicht aus allen Ländern?) Das sind nämlich lauter Gefährder. Schließlich können die keine Formulare ausfüllen. Für ein etwaiges Contact-Tracing. Außerdem täten sie sich ziemlich schwer, eine Verordnung sinnerfassend zu lesen. Wobei: Leiden die Einheimischen diesbezüglich nicht ebenfalls an einer Leseschwäche? Deshalb hat es doch am Wochenende diesen Megastau vorm Karawankentunnel gegeben, oder? Weil die Kärntner die Einreiseverordnung so verstanden haben, dass sie jedes einzelne Fahrzeug zu kontrollieren hätten, während man in Wien lediglich an Stichproben gedacht haben will. (Der Gesundheitsminister und der Bezirkshauptmann von Villach-Land sollten vielleicht die Sommerschule besuchen.)

Paragraph 5, Absatz 1: "Zur Bestätigung der Durchreise ohne Zwischenstopp sind die Durchreisenden verpflichtet, eine Erklärung gemäß dem Muster der Anlage F oder G vollständig und wahrheitsgemäß auszufüllen und zu unterschreiben." He, wahrscheinlich hätte es gereicht, wenn man den Leuten die Anlage F (deutsch) oder G (englisch) diskret durch den Fensterspalt geschoben hätte, und an der deutschen Grenze hätte man halt ein paar Altpapiercontainer aufgestellt, wo sie das Formular am Ende hineinwerfen hätten können. Weil wo steht, dass sie das VOR der Durchreise ausfüllen müssen? Und dass sie wirklich ohne Zwischenstopp durchgefahren sind, können sie sowieso erst nachher bestätigen. Was regen sich die Urlauber überhaupt so auf? Das Papier hat man ihnen eh nicht verrechnet. Ein PCR-Test wäre teurer gewesen. Und die sollen froh sein, dass man sie nach den 15 Stunden im Stau gleich weiterfahren hat lassen. Eigentlich hätten sie eine neunstündige Ruhezeit einhalten müssen (wer mit dem Auto an die Adria und retour fährt, ist ja quasi ein Fernfahrer), und da sie grad erklärt hatten, Österreich "ohne Zwischenstopp" durchqueren zu wollen, hätten sie notgedrungen wieder umkehren und sich irgendwo in Slowenien oder Kroatien ein Zimmer nehmen müssen. Inzwischen winkt man die Deutschen freilich anscheinend einfach durch. Ach, um Papier zu sparen?

Hm. Ohne Zwischenstopp. Ist die Gefahr, von denen überfahren zu werden, dann nicht größer als die, dass sie einen mit Corona anstecken? Blödsinn. Bei einer roten Ampel dürfen sie natürlich sehr wohl anhalten. (Dürfen sie? Dezidiert gesagt wird’s nicht.) Und wenn sie aufs Klo müssen? Eher nicht. Aber verstößt das nicht gegen die Menschenrechte (und führt zwangsläufig zu illegalen Straßenrennen gegen den Harndrang)? Nein, warum? Schon einmal was von Blasenschwäche-Einlagen gehört? Und selber schuld. Wären sie daheimgeblieben.