Das ist übrigens keine Scherzfrage: Wie kommen ein Ex-Fußballer, eine Ex-Skirennläuferin, ein Ex-Song-Contest-Teilnehmer, ein noch aktiver Boxer, eine Sopranistin, eine Drag Queen, ein Schauspieler, der genau gleich wie ein Ex-Eishockeyspieler heißt, eine Schauspieler-in, die nur wie sie selbst heißt, und noch zwei, wie kommen die also alle gemeinsam ins Fernsehen? Jedenfalls nicht mit der U-Bahn. Weil sie nämlich ab sofort Öffi-Verbot haben.

Wieso? Was haben sie angestellt? Na ja, sie machen bei dieser Fernsehshow mit, wo Promis (die meisten hab ich erst googeln müssen) mit Profis tanzen. Und das ist verwerflich, weil? Ach so, nicht die Wiener Linien verweigern hier irgendwem den Transport, vielmehr hat anscheinend der ORF Angst um die Sicherheit seiner "Dancing Stars" und deshalb dürfen die bis auf Weiteres in kein öffentliches Verkehrsmittel mehr rein. Werden sie sonst disqualifiziert? Blödsinn. Wer sollte sie denn vernadern? Wenn sie sich brav an die Maskenpflicht halten, erkennt sie doch eh keiner. Ist ein Lift eigentlich ein öffentliches Verkehrsmittel? Und die Rolltreppe? Wahrscheinlich nicht. Dann würden die Grünen ihren Wählern ja wohl kaum Gratis-Öffis versprechen, wenn es längst welche gäbe. Früher oder später wird man für die Lift- und Rolltreppenbenutzung aber bestimmt einen Fahrschein brauchen, wetten? Als Anreiz, damit die Leute auf die umweltfreundliche Stiege umsteigen.

Wäre ich die Wiener Linien, würde ich die "Dancing Stars" sowieso verklagen. Wegen geschäftsschädigenden Verhaltens. Setzen sich lieber ins eigene Fahrzeug, obwohl der Bundeskanzler klipp und klar gesagt hat, dass das Virus mit dem Auto kommt. Von Bus, U-Bahn oder Bim war nie die Rede. Und wenn die Öffis so ein Gesundheitsrisiko sind, warum ist es der Supermarkt NICHT? Dabei muss heutzutage echt niemand mehr einkaufen gehen. (Pizzabote, hallo?) Viel lebensgefährlichere Dinge hätte man den "Dancing Stars" verbieten können. Friseurbesuche, Geburtstage (wegen der Aerosole beim Happy-Birthday-Singen und Kerzen-Ausblasen), und statt ins Kino oder Theater zu gehen, sollen sie gefälligst daheimbleiben und ORF schauen. Der hat immerhin einen Bildungsauftrag. Das Motto im September: "Unser Klima, unsere Zukunft - Wir haben es in der Hand." Und bekanntlich kann jeder seinen bescheidenen Beitrag zum menschengemachten Klimawandel leisten. Zum Beispiel indem man mit dem SUV dem öffentlichen Verkehr nachfährt.

He, vielleicht machen die "Dancing Stars" die Öffis für mich im Endeffekt sicherer. (Ich hab schließlich KEIN Auto, in das ich mich vor diesem Sars-CoV-2 flüchten kann.) Dank ihrer Vorbildwirkung. Falls sich jetzt kaum noch wer in die U- und Straßenbahn hineintraut. Mehr Babyelefanten für MICH! Na super, nachher bleib ich womöglich mit diesen ganzen Covidioten und Corona-Rebellen allein im Waggon zurück. Mit denen, die sich ein Häkeldeckerl vorhalten, den andern, die immun gegen Verordnungen sind, und mit den Nasenprotzen, deren Maske für ihre gesamte Gesichtspotenz einfach zu klein ist, und vermutlich sind grad alle unterwegs zur nächsten Coronaparty. Das KANN ned g’sund sein.