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Walter Gröbchen ist Label-Betreiber (www.monkeymusic.at), Musikverleger und Autor in Wien. Mehr Kommentare und Kolumnen auf seinem Blog groebchen.wordpress.com
Walter Gröbchen ist Label-Betreiber (www.monkeymusic.at), Musikverleger und Autor in Wien. Mehr Kommentare und Kolumnen auf seinem Blog groebchen.wordpress.com

Tut das irgendjemand? Nein. Kein Mensch - außer vielleicht Abmahnanwälte - hat Zeit und Lust, sich seitenlange Definitionen, Richtlinien und Regelungen durchzulesen. Formuliert in bröseltrockenem Juristen-Deutsch (oder -Englisch). Und dann, um das Internet-Angebot halbwegs sinnvoll nutzen zu können, noch zwischen "unverzichtbaren" Cookies und solchen, die nur der Datensammlerei des Website-Anbieters dienen, zu unterscheiden. Wer immer uns dieses Ritual beschert hat: Es ist ein sinnentleerter Götzendienst. Anklicken, wegklicken, anklicken, wegklicken - ein blindblöder Automatismus genervter Internet-User. Das ist die Praxis, auch wenn man in der Theorie die User vor Online-Fallen, Datenkraken und Cyber-Fieslingen schützen wollte.

Die kleinen Datensätze, die im Browser auf unseren Computern, Tablets und Smartphones abgespeichert werden - nichts anderes verbirgt sich hinter dem kekssüßen Begriff der Cookies -, dienen vorrangig dazu, uns zu identifizieren. Wenn Sie etwa diesen Artikel lesen, merkt sich das Krümelmonster das. Und erstellt peu à peu ein Leser- und Unserprofil von Ihnen. Wenn Ihnen demnächst vorgeschlagen wird, mein "Maschinenraum"-Buch mit ausgewählten Kolumnen käuflich zu erwerben, dann wundern Sie sich nicht. Alles ist im digitalen Universum mit allem verknüpft. Und das Wissen über Ihre offenen (und auch geheimen) Vorlieben ist Goldes wert.

Ja, aber wo bleibt denn da der Datenschutz?, höre ich Sie murmeln. Nun: Sie haben doch einfach auf "Ja & Amen!" geklickt. Dem schematischen Regelwerk der DSGVO und anderer Datenregulatorien wurde damit Genüge getan. Oh, ja: Mündigkeit kostet Durchblick, Zeit und Mühe. Und eine gewisse Widerspenstigkeit. Wenn Ihnen in den letzten Jahren der Raiffeisenverband und die Hypo Salzburg eine "Einwilligungserklärung" vorgelegt haben - weil Sie, sagen wir, eines Kredits wegen vorstellig geworden sind - und Sie sich gewundert haben, warum damit Ihrerseits ein Freibrief für die Auswertung sozialer Medien in Bezug auf "rassische oder ethnische Herkunft, Religion, Weltanschauung, politische Meinung, Gewerkschaftszugehörigkeit, Genetik, Biometrik und Gesundheitsdaten" ausgestellt werden sollte, dann müssen Sie dreimal um die Ecke denken lernen. Dies geschah - mittlerweile hat man seitens der Banken den Irrsinn wohl eingesehen - nur zu Ihrem Besten. Und freilich, um strikt der DSGVO zu entsprechen. Und überhaupt.

Ihnen geht das - mehr oder minder nutzlose - Datenschutz-Brimborium auf den Keks? Mir auch. Ich fürchte aber, diese Übereinstimmung wurde gerade ungeniert abgespeichert.