Ich bin echt nicht paranoid, aber seit Montag, seit ich mich registrieren müsste, geh ich nicht einmal mehr auf einen Kaffee. Aus Angst, dass man mich nachher verfolgt. Man? Die Gesundheitsbehörde. Und dass die mir Hausarrest gibt, obwohl ich nix verbrochen habe (außer einen Kaffee zu trinken).

Jetzt müssen die Gastronomen ihren Gästen also auch noch deren Daten entlocken (Name, Telefonnummer, E-Mail-Adresse). Zur leichteren Verfolgung, Tschuldigung: Nachverfolgung von etwaigen "Kontaktpersonen". Das wird viele abschrecken. Die Datenschützer? Dabei traut sich sowieso kaum noch wer in ein Lokal rein, denn dieses Virus befällt bekanntlich Wirte. Gut, es braucht einen Wirt, der muss allerdings nicht Wirt von BERUF sein. Oder gar ein Mann. Mich sehen die Wirte und Wirtinnen jedenfalls nimmer. Ich geb doch nicht jedem meine Nummer, bitte. Einen Kaffee krieg ich beim Billa genauso, und der weiß eh bereits alles von mir. Sogar wo ich wohne. Ich hab nämlich eine Jö-Karte. Da gibt’s Bonuspunkte. Und was bekomme ich vom WIRT? Im besten Fall nichts, im schlimmsten liegt plötzlich ein Absonderungsbescheid im Postkastl und ich kann für zehn Tage KEINEN Kaffee mehr trinken gehen, bloß weil ich am Nebentisch von jemandem gesessen bin, den ich überhaupt nicht kenne.

Hm. Und wenn das Contact-Tracing ein Vorwand ist und die Regierung einfach an die Telefonnummern und Mailadressen der Bürger rankommen will, um sie an den Meistbietenden zu verkaufen (Bill Gates, die Chinesen . . .), weil irgendwie muss das Geld fürs Corona-Hilfspaket ja wieder hereinkommen, oder? Die Chinesen - was, wenn das von Anfang an ihr Plan war? Ein Virus auf die Menschheit loszulassen, um meine Telefonnummer zu kriegen, weil ich kein Huawei-Handy habe. Blödsinn. Die Chinesen haben keine Chance. Datenschutzgrundverordnung, hallo? Der Wirt muss den Zettel wahrscheinlich mit verbundenen Augen an einem sicheren Ort vor sich selber verstecken. Andererseits haftet er bei falschen Angaben. Muss er vermutlich doch einen Blick riskieren. Und wie soll er die Richtigkeit überprüfen? Ausweiskontrolle? Einen Kontrollanruf machen? Vorher wird die Bestellung nicht aufgenommen? Darf er gar nicht. Und solange der Name glaubwürdig klingt: passt.

Und was machen diejenigen, die einen unglaubwürdigen Namen HABEN? In der Klasse vom Heinz hat einer Käs geheißen, ein andrer Frühstück "und einen Wurst hat’s a gebm". Die wären förmlich gezwungen, was zu erfinden, weil sie sonst vielleicht nicht bedient werden. Ihr Leben lang haben sie sich depperte Wortspiele anhören müssen ("He, studier doch Medizin, wirst ein Dr. med. Wurst! Verstehst? Mett-Wurst, haha!"), und jetzt nimmt ihnen womöglich keiner ab, dass sie wirklich so heißen. "Stell da vor, i tät noch Wurst heißen." Na und? Sein Vorname ist schließlich nicht Conchita, sondern Heinz. "Aus dem Heinz hams natürlich einen Hans g’macht. Und irgendwann glaubst selber, du heißt Hans." Okay, Hans Wurst dürfte er NICHT hinschreiben. An MEINEM Namen ist zwar nicht das Geringste auszusetzen, sie kriegen ihn trotzdem nicht, ätsch. Ich bleib daheim. Welche Nummer hat der Lieferservice?