Ja, ich weiß... Donald Trump hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Melania auch. Und das bei einer engen Mitarbeiterin. Logisch. Beim Botschafter der Mongolei wird es nicht gewesen sein. Vernünftigerweise hat er vorher noch ein paar Wahlkampfauftritte vor zahlreichen Anhängern absolviert.

Severin Groebner ist Kabarettist, Autor und Gründungsmitglied der "Letzten Wiener Lesebühne".
Severin Groebner ist Kabarettist, Autor und Gründungsmitglied der "Letzten Wiener Lesebühne".

Er ohne Maske, die ohne Maske, eine Demaskerade sozusagen. Mal sehen, wie sich das auf das Wahlverhalten seiner Wähler auswirkt. Wie viele von denen wohl am Wahltag im Krankenhaus liegen werden? Am Gang. Weil das US-Gesundheitssystem gerade in die Knie geht. Wegen einer "leichten Grippe". Wobei ich die Weigerung der Intoleranten Internationalen, Masken zu tragen, nicht so ganz versteh. Die schicken doch immer die Medien weg, halten Hände vor die Linse, überfallen Kamerateams. Da wäre es doch weitaus effektiver und mit weit weniger Aufwand verbunden, eine Maske aufzusetzen. Schon ist man anonym. Und wenn man keinen Mundnasenschutz tragen will, kann man sich ja vom Ku-Klux-Klan inspirieren lassen. Die laufen seit Jahrzehnten mit Masken rum. Aber darüber wollte ich eigentlich gar nicht reden. Ich weiß natürlich auch, dass die Berichterstattung über den Spitzenmann des THC (Spitze? Naja. Eher Stumpfkandidat) mittlerweile Unterhosenniveau erreicht hat.

Hier gilt die alte Faustregel für Politiker und andere Personen der Öffentlichkeit: Wenn einmal der Boulevard über die Verwendung des Eigenurins berichtet, ist der Würde-Limbo abgeschlossen. Und bei "Würde" ist nicht der 2. Konjunktiv des Verbums "sein" gemeint. Ja, man könnte fast mit solch einer durch den Eigenkakao gezogenen Gestalt Mitleid haben, wenn einem nicht sofort einfallen täte, dass die Person selbst einst davon fantasiert hatte, Asylwerber mit Militärflugzeugen abzuschieben, in denen sie sich "anurinieren" können. Merke: Wer zuletzt brunzt, brunzt am besten. Und darüber wollte ich natürlich auch nicht reden. Dafür über ein Ereignis von vor 30 Jahren, das heute ein leuchtendes Beispiel sein sollte. Wie bekannt, traten ja - exakt heute vor 360 Monaten - die FNL (nein, nicht die Front National de Liberation, auch nicht die Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft und erst recht nicht die Freunde natürlicher Lebensweise, sondern die "fünf neuen Länder") der BRD bei. Das war aber juristisch überhaupt erst möglich, weil sich zuvor die Deutsche Demokratische Republik (die so ganz arg demokratisch nicht war) aufgelöst hatte. Mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit in der damaligen "Volkskammer" der DDR schaffte sich der Staat zugunsten eines größeren Ganzen ab.

Das sollte ein Vorbild sein. Denn wer steht denn eigentlich der Weiterentwicklung der EU zu einem integrierten, demokratischen, international-stabilen Gebilde im Weg? Genau: 27 Nationalstaaten mit 27 Regierungen, 27 Verwaltungen, 27 Regierungssprechern, 27 Corona-Beauftragten und 27 Aktenträgern.

Warum also nicht von der DDR lernen? Völker der Welt! Löst Euch auf! Ungarn könnte etwa mit gutem Beispiel vorangehen. Dann wäre das Problem mit der mangelnden Rechtsstaatlichkeit auch gelöst. Also: Los! Zum Zweck des Fortbestandes schaffen Sie sich bitte ab. Man kann ja nicht davon ausgehen, dass das Coronavirus das alles allein erledigt.