Haben Sie das vom Parlament gehört? Das mit den Ausländern in der Kantine? Ich bin wirklich keine Rassistin (immerhin hab ich zwei Feigen aus der Türkei in meinem Kühlschrank), aber neuseeländische Äpfel haben im österreichischen Parlament echt nix verloren. Das ist Landesverrat. Oder, na ja, zumindest ist es nicht gut fürs Klima. Weil mit dem Zug werden die wohl nicht angereist sein. Und es schädigt die heimische Wirtschaft. Schließlich gibt’s genug STEIRER. Also deren ÄPFEL. (Steirische Bananen allerdings immer noch keine.)

Wenn die Apferln wenigstens Australier gewesen wären. Dann wär’s einfach eine blöde Verwechslung gewesen: Austria - Australia. Doch Steiermark - Neuseeland? Klingt nicht einmal annähernd ähnlich. Moment: Äpfel? Wie das gesunde Obst? Ist die Lage inzwischen derart ernst? Zuerst kasteln sich die Abgeordneten auf ihren Sitzplätzen tröpfchendicht mit Plexiglas ein und jetzt essen sie auch noch Äpfel. Womöglich einen pro Tag. Sicher, um das Gesundheitssystem zu entlasten. ("An apple a day keeps the doctor away.") Und bekanntlich sterben an Covid-19 vor allem Personen, die schon vorher krank waren. Schön langsam krieg ich Panik. Ich muss schleunigst mein Immunsystem stärken. Weil das mit der Impfung wird offenbar noch dauern. Außerdem wird sie bei mir sowieso nicht wirken. Wie bereits die Grippe-Impfung. Gegen die Influenza lass ich mich nämlich ebenfalls nicht impfen. Drum brauch ich dringend Vitamine. Weil ich bin ja nicht lebensmüde. Dafür bin ich eine Patriotin, die sich vorwiegend von regionalen Produkten ernährt. Die Bananen kauf ich zum Beispiel beim Billa ums Eck. Okay, die kommen ursprünglich aus Ecuador, von dort freilich mit dem Schiff, und das ist weniger schlimm als mit dem Flugzeug. Aha. An welchem Meer LIEGT denn Wien? (An der Donau.)

Eigentlich fahr ich aber eh mehr auf Cherrytomaten aus Niederösterreich ab. Die Schale enthält angeblich einen besonderen Vitalstoff, der die Abwehrkräfte stärkt. Und wie heißt der? Steht auf der Verpackung drauf: "Schale aus 100% recyceltem PET." Plastik? Ach so, das bezieht sich auf das Schüsserl. Und der Vitalstoff? Lycopin! He, und wenn Erntehelfer, die erst vom andern Ende der EU herangekarrt werden mussten, meine Paradeiser gepflückt haben? Stammt das Gemüse dann in Wahrheit aus Rumänien und Bulgarien? Wurscht. (Nein, Tomate.) Rumänien und Bulgarien sind doch in der EU, oder? Das sind praktisch unsre Nachbarländer.

Teuer sind die kleinen roten Kugerln halt schon. 9,16 Euro das Kilo. Die großen gäb’s bereits um 2,79 Euro (die aus Marokko gar um 1,49 Euro), nur schmecken mir die eben nicht. Hm. Zum Glück werden in Österreich keine Bananen angebaut. Die könnte ich mir nicht auch noch leisten. Da jegliches Gemübst (Gemüse und Obst) ja anscheinend billiger wird, je länger der Anfahrtsweg ist, und Bananen, die den Atlantik überquert haben, weniger kosten als die Äpfel von nebenan, kämen Bananen aus der Steiermark locker auf einen Kilopreis von 50 Euro. Die beste Gesundheitsvorsorge dürfte aber vermutlich ohnedies ein nicht zum Verzehr geeignetes Produkt aus China sein: der Mund-Nasen-Schutz.