War echt eine BLÖDE Idee, das mit dem "kontaktlosen" Einkaufen. Ich hätte lieber in ein Offline-Geschäft gehen sollen. Wahrscheinlich hätte ich dann mit weniger Leuten in Kontakt treten müssen. (Weil ich nicht dauernd die Nummer einer Service-Hotline hätte wählen müssen.)

Dabei wollte ich mich einfach nur sozial distanzieren. Außerdem muss man fast überall, bloß nicht daheim, einen Mund-Nasen-Schutz tragen und mit dem seh’ ich halt nicht, was ich kaufe. Ich zieh mir den über die Augen? Nicht direkt. Allerdings bin ich Brillenträgerin. (Als solche sollte ich sowieso von der Maskenpflicht befreit sein. Oder die Maske unter der Nase tragen dürfen. So beschlagen die Gläser nicht.) Um mich keinen Tröpfchen auszusetzen (und besteht Schweiß nicht genau daraus?), verzichte ich sogar aufs Fitnessstudio. Das letzte Mal war ich im August dort, bitte. (Im August 2019!) Und jetzt komm ich eben in mein G’wand nimmer rein. Nein, nicht weil mir die Kondition fehlen würde, mich selber anzuziehen. Obwohl: Beim Schuhe-Zubinden schnauf ich wie bei einem Work-out. (Meine Füße sind so weit unten.) Jedenfalls muss ich mich komplett neu einkleiden und hab mir gleich einmal was im Internet bestellt. Und ungeduldig, mit griffbereiter Maske, darauf gewartet, dass der Postler bei mir klingelt. Praktischerweise kann man das Paket ja online verfolgen, damit man rechtzeitig bei der Tür ist.

1.18 Uhr: "Sendung in Verteilung", 6.43 Uhr: "Sendung in Zustellung", 14.15 Uhr: "Empfänger nicht angetroffen - benachrichtigt" (Was? Ich bin HIER, hallo? Und inwiefern "benachrichtigt"?), 14.33 Uhr: "Sendung in Abholstation eingelangt." Äh, und wie krieg ich die Sendung von da raus - ohne Gelben Zettel? Also bei der Hotline der Post anrufen. Aha, ich muss mich beim Schalter um einen Code anstellen, und mit dem marschier ich rüber zur Abholstation. Na super, ein Touchscreen. Hoffentlich haben sich alle, die den vor mir angegriffen haben, die Hände gewaschen. Zumindest die rechte. Oder falls sie Linkshänder sind: die linke. Aber wenigstens hab ich nun mein Packl. Nach einer zehntägigen Quarantäne werde ich es aufmachen. Und in der Zwischenzeit: neues Spiel, neues Glück. "Sendung in Verteilung", "Sendung in Zustellung", "Empfänger nicht angetroffen - benachrichtigt" (Nicht angetroffen? War ich grad am Klo?), "Sendung in Post-Empfangsbox eingelangt". (Definitiv NICHT. Die Box ist offen und . . . leer. Okay, nicht VÖLLIG leer. Ein Gelber Zettel liegt drin. Sollte sich der nicht eigentlich in meinem Postkastl befinden?)

Nächster Versuch: "in Verteilung", "in Zustellung", "Sendung laut Empfängervereinbarung zugestellt". Welche "Vereinbarung"? Und WOHIN zugestellt? Übertreibt’s der Zusteller nicht ein bissl mit dem Social Distancing? Moment. Was, wenn der wegen Corona bloß noch zu Hause vorm Computer hockt und Phrasen eingibt wie "Sendung laut Empfängervereinbarung zugestellt"? He, soll nicht unterm Heldenplatz ein riesiger Bunker für Pakete gebaut werden? Das wird ein Endlager! Weil das Virus ja nimmer weggeht und die Paketzusteller wohl bis zum Aussterben der Menschheit im Homeoffice arbeiten werden müssen.