Da hängt oder steht irgendein Zeugs herum, das kulturell mehr oder weniger wertvoll ist. Sind Museen und Galerien also nicht so ziemlich das Gleiche? Ja, eh. Aber sie sind natürlich nicht dasselbe. Deshalb müssen die einen jetzt geschlossen bleiben und die andern dürfen offen haben.

Dabei sollte der Aerosolausstoß ebenfalls ganz ähnlich sein. Okay, im Museum, das oft einen ersten Stock hat, ist er eventuell ein bissl höher. (Stiegensteigen, schnauf.) Besonders weil sich die Leute nimmer trauen würden, den Lift zu nehmen, schließlich ist auf der Seite vom Gesundheitsministerium unterm Punkt "Öffentlicher Verkehr" vermerkt, dass Seilbahnen, Gondeln und Aufstiegshilfen "nicht zu Freizeitzwecken" verwendet werden dürfen. Der Lift ist ein Öffi? Keine Ahnung, zumindest eine Aufstiegshilfe. Das sind Treppen allerdings auch. Wurscht, Galerien sind nun einmal keine Museen, wo man bloß schauen darf (und dafür sogar zahlen muss wie in einer Peepshow), das sind Geschäfte. Und die bleiben diesmal vom Lockdown verschont. Was sind dann MUSEEN? Na ja, KEINE Geschäfte. Sondern? Freizeiteinrichtungen. (Hab ich in der Covid-19-Schutzmaßnahmenverordnung gelesen.) Und das wiederum sind "Betriebe und Einrichtungen, die der Unterhaltung, der Belustigung oder der Erholung dienen." Wie die Theater und Konzertsäle, die in der Liste übrigens gleich nach den Puffs kommen. (Als ob man ins Theater ginge, um sich zu unterhalten. Schreien doch sofort alle andern: "Ruhe!" Ins Konzert geht man außerdem zum Husten, nicht zum Reden.) Und die Museen werden unmittelbar nach den Paintball-Anlagen genannt. Ach, weil Paintball AUCH irgendwie Malerei ist? (Action-Painting.)

He, und wenn die Sabine Haag in ihrem Museum (dem Kunsthistorischen) einfach überall Preisschilder anbringen würde? Mit unverschämten Phantasiepreisen, die sowieso keiner . . . - andererseits kann sich der Jeff Bezos ALLES leisten. Das komplette Sortiment von Amazon. Und spätestens nach dem Lockdown könnte das KHM zusperren, weil es leer wäre, ausverkauft. Bis auf wenige Ladenhüter wie den Mömpelgarder Altar. (Wen? Eben.) Nein, Preisschilder sind zu riskant. Selbst wenn man "170 Milliarden Euro" draufschreiben würde (Bezos‘ geschätztes Gesamtvermögen). Denn wer weiß, ob der reichste Superreiche, der keine Ente ist, nicht noch irgendwo ein paar Milliarderln versteckt hat. In einem Sparstrumpf auf den Caymans. Aber müssten nicht wenigstens die Museumsshops offen sein? (Shop: Geschäft!) Wahrscheinlich. Nur wie kommt man rein, ohne das Gebäude zu betreten? "Das Betreten von Freizeiteinrichtungen ist untersagt." Moment: das "Betreten". Abgesehen davon, dass ein Betretungsverbot nicht grad behindertengerecht ist, weil es die Rollstuhlfahrer diskriminiert: Von Befahren steht hier nix. Düst man halt mit dem E-Scooter durch die Säle. Problem gelöst.

Verdammt, die Verordnung behauptet, dass Ausstellungen Veranstaltungen wären, und "Veranstaltungen sind untersagt". Ausstellungen - ist das nicht genau das, was Galerien (und Museen) üblicherweise machen? Heißt das, die Galerien dürfen zwar öffnen, müssen dafür freilich sämtliche Bilder abhängen?