Was wären die großen Erfolge ohne die kleinen? Diese sympathische Werbekampagne einer heimischen Bank - auch schon wieder einige Jährchen her - ist legendär. Weil: in den Sprichwortschatz der Bevölkerung eingegangen. Aus guten Gründen. Denn was wären die vermeintlich großen Errungenschaften wirklich ohne die vergleichsweise winzigen Erfolgserlebnisse des Alltags? Ich kann ein Lied davon singen. Und weil wir in Zeiten wie diesen alle gern ein optimistisches, positives, fröhliches Lied hören, möchte ich meine Erfahrungen mit Ihnen teilen.

Walter Gröbchen ist Label-Betreiber (www.monkeymusic.at), Musikverleger und Autor in Wien. Mehr Kommentare und Kolumnen auf seinem Blog groebchen.wordpress.com
Walter Gröbchen ist Label-Betreiber (www.monkeymusic.at), Musikverleger und Autor in Wien. Mehr Kommentare und Kolumnen auf seinem Blog groebchen.wordpress.com

Es geht wirklich um denkbar Unspektakuläres. Um das Aufblasen eines Autoreifens nämlich. Nach einem längeren Aufenthalt in einer Reha-Klinik fand ich meinen alten Opel mit einem Platten wieder. Lästig, lästig. Denn entweder ruft man, sofern man kein geeignetes Werkzeug besitzt (und ich besaß keines), den freundlichen Autofahrer-Klub - oder man wendet sich gleich an einen Gummigreißler samt Abschleppservice. Absehbar war der Reifen kaputt, ein zweiter verlor auch Luft. Und wollte man nicht eh neue Winterreifen kaufen? Okay, eine probate Werkstatt war gerade einmal ein paar hundert Meter entfernt - aber auf der Felge konnte ich dort nicht hinrollen. Also: Aufpumpen! Die kurze Strecke würde der Reifen wohl noch halten.

Um es kurz zu machen: Der Versuch, das Ding mit einem schicken Made-in-China-Akku-Kompressor von Xiaomi mit Luft zu befüllen, schlug fehl. Ich hatte die Pumpe, die aussieht wie ein übergroßes Vorhängeschloss, einige Tage zuvor im Internet gekauft. Und, ja, man kann damit einen Fahrradreifen, einen Fußball oder ein Schlauchboot aufblasen. Bei Autorädern wird’s ein Vabanque-Spiel. Ich will den China-Kompressor nun nicht gänzlich verdammen, aber es musste Besseres geben. Und es gibt Besseres. Ich lege Ihnen ein österreichisches Produkt ans Herz (das wahrscheinlich, so naiv bin ich auch wieder nicht, ebenfalls in China zusammengeschraubt wird): die Zipper-LPE-Luftpumpe inklusive Adapter für Zigarettenanzünder. Sieht aus wie ein Akkuschrauber, funktioniert klaglos, ist mobil und unkompliziert. An einem kleinen Manometer lässt sich der Reifendruck recht exakt ablesen. Und leistbar ist das Ding auch allemal. Kennen Sie das Glücksgefühl, wenn ein Werkzeug exakt das tut, was man sich von ihm verspricht? Kompliment nach Schlüsslberg in Oberösterreich, wo Zipper seinen Firmensitz hat. Nun, ich wundere mich ja selbst über meinen Enthusiasmus, aber plötzlich haben auch ständig leere Fahrradreifen ihren Schrecken verloren.

Apropos Fahrrad: Da hätte ich ein weiteres Ärgernis in petto. Sauschwere (und doch oft wirkungslose) Absperrschlösser, Bügel und Ketten nämlich. Man schleppt sie mit sich herum, verliert gerne einmal zugehörige Schlüssel und ist generell wenig davon überzeugt, dass derlei Hardware Fahrraddiebe abschreckt. Das muss doch im 21. Jahrhundert besser gehen! Voilá!: Der Grip Lock Alert des deutschen Herstellers KH-Security blockiert mechanisch Brems- oder Kupplungshebel und löst im Fall von Erschütterungen eine lautstarke Alarmsirene aus. Das innovative Teil wiegt gerade einmal 330 Gramm. Und bislang gab’s noch keinen Fehlalarm wie bei unzähligen Autoalarmanlagen. Auch ein kleines Erfolgserlebnis.