Seit Mittwoch haben die Leute also wieder einen Grund mehr, um zu jammern. Da ist nämlich den "Betriebsstätten des Handels, die dem Verkauf von Waren dienen" vom Rudi Anschober verordnet worden, spätestens um 19 Uhr zu schließen. Der ist zwar kein Arzt, aber immerhin der Gesundheitsminister. Und der ist der Boss der Gesundheit von uns allen, bitte.

Ach, und in Österreich haben wir jetzt die kürzesten Öffnungszeiten seit dem Zweiten Weltkrieg?
I wo. Früher haben die Geschäfte sogar schon um 18 Uhr zugemacht und wir sind auch nicht verhungert, oder? Und am Samstag war um 12 Uhr Schluss. (Stimmt. Daran kann ich mich noch erinnern. Als wär’s erst - vor 30 Jahren gewesen.) Jedenfalls haben wir damals keine ZEIT gehabt fürs Rumtrödeln. Wir haben lieber vorher einen Einkaufszettel geschrieben. Sind nicht ohne Plan einfach rein - in den Konsum. (In WEN?) Und in der Schule haben wir noch Schillers "Glocke" auswendig gelernt. Weil von der Stirne heiß / rinnen muss der Schweiß. Okay, die "Glocke" war VOR meiner Geburt. Als das Rohrstaberl noch zu den Lehrmitteln gezählt hat. (Na und? Die Taschenrechner sind viel schlimmer. Seit die im Unterricht verwendet werden, kann keiner mehr kopfrechnen.) Und NOCH früher haben wir unser Essen noch mit selbstgeschnitzten Speeren erlegt. (Ausgewachsene, stark behaarte Babyelefanten. Sogenannte Mammuts.) Und ist die Menschheit vielleicht ausgestorben? Dann wird sie wohl die "472. Verordnung des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz" genauso überleben. (Moment: Die, die noch die "Glocke" aufsagen können, sind das die, die an der Kassa immer die ganze Partie aufhalten, weil es früher noch keine Bankomatkarte gegeben hat?)

Hm. Kaufen nun nicht mehr Kunden gleichzeitig ein? (Kleineres Zeitfenster.) Blödsinn. Die Zehn-Quadratmeter-Regel, hallo? (Pro Kunde zehn Quadratmeter.) Die stehen natürlich VORM Laden herum. Und wenn sie sich in der Kälte draußen verkühlen oder Corona kriegen, ist das aus epidemiologischer Sicht sogar gut, schließlich würde das die Kontakte weiter reduzieren. Zumindest hängt beim Billa ein Plakat: "Bei Krankheitssymptomen bitte nicht die Filiale betreten." Selbst bei "Husten oder Kratzen im Hals". (Und bei Fröschen im Hals?) Und die mit Corona kommen überhaupt in Quarantäne. Außerdem können durch den vorverlegten Ladenschluss alle vor 20 Uhr, vor Beginn der Ausgangsbeschränkung, daheim sein. Wohnen sollte ja inzwischen die Hauptbeschäftigung der Österreicher sein. Und dabei nutzen sich die Möbel halt schneller ab, oder man merkt plötzlich, wie’s bei einem ausschaut, und man will’s bloß schön haben (Wozu? Sieht doch eh keiner. Man soll bekanntlich niemanden zu sich einladen, bereits vergessen?), und irgendwann passiert deshalb so etwas wie in Eugendorf: Zombiehorden fallen über einen XXXLutz her. Bei dessen Wiedereröffnung. (Äh, und was kann der Einzelne für die vielen andern Hirntoten?) Die Wirtschaft muss endlich vor den Konsumenten geschützt werden! Bevor wegen denen noch ALLES dichtmachen muss. Sonderangebote gehören sowieso verboten. Die locken Zombies aus verschiedenen Haushalten an.