Also doch kein Freitesten. Keine Testunwilligen, die neidig durch Fensterscheiben spechteln und nur zusehen können, wie die andern (die Willigen) lauter Zeugs des nicht täglichen Bedarfs einkaufen oder fröhlich Kaffee aus einem Porzellanhäferl schlürfen und nicht aus dem Schleich-di-Pappbecher (Coffee to go), während sie selber nirgends reindürfen und sich trotzdem einreden, SIE hätten gewonnen. Tja, weil die Opposition Bedenken gehabt hat, bleiben Geschäfte, Lokale, Betriebe, die körpernahe Dienstleistungen anbieten (Bordelle? - Schmarrn, die gehören zu den Freizeiteinrichtungen!), und die Kulturstätten jetzt einfach für ALLE zu. Basti. Tschuldigung: Basta. Dabei hab ich mir extra FFP2-Masken besorgt. Ach, um derweil am Semmering Ski zu fahren und mir den traurigen Anblick von streunenden Testverweigerern zu ersparen?

Blödsinn. Außerdem steh ich nicht aufs Skifahren. Nein, sondern weil es ursprünglich geheißen hat, die, die sich ungeachtet der Leckerlis NICHT testen lassen, müssten in der Post-Lockdown-Woche mit einem solchen Ding vorm Gesicht rumrennen. Quasi als Schandmaske. Schaut ja echt ein bissl deppert aus. Wie ein Kaffeefilter. Aber ich hab eben ein Kindheitstrauma. Ausgelöst durch eine Badewanne, ein Wattestäbchen und Babyöl. Jedenfalls leide ich deshalb unter einer Wattestäbchenphobie. "Ich verteidige die Gesundheitsvermutung" würde natürlich besser klingen. Denn sollte man nicht eigentlich so lange als gesund gelten, bis einem eine Krankheit nachgewiesen werden kann? Wurscht, äh: Watte. Hauptsache, das Freitesten kommt nicht. (Und was mach ich nun mit den FFP2-Masken? Sie als Kaffeefilter verwenden?) Okay, stattdessen sind "Eintrittstests" geplant. Was, die braucht man dann für jedes Kaffeetscherl und jeden Theaterbesuch? Gibt’s dafür überhaupt genug Wattestäbchen? Das Personal dürfte dagegen kein Problem sein. Schult man halt die Arbeitslosen zu Nasenbohrern um. So schwer kann das doch nicht sein, oder? ("Bis zur Markierung einführen.") Und wer haftet bei Spätfolgen? Falls "die" mir mit der Zeit einen riesigen Rotzpfropfen ins Gehirn schieben und ich verblöde? Oder wenn ich Wattefasern einatme und eine Wattelunge krieg? Oder womöglich ein Watte-HIRN?

Das motiviert mich direkt . . . - eine Therapie zu machen? I wo. Mir um die vielen Kaffees, die ich heuer nicht bestellen werde, eine Kaffeemaschine zu kaufen. He, wenn ich jeden TAG keinen trinke, kann ich mir sogar eine richtige leisten. Und es bleibt noch was übrig für die Bohnen. Verhungern muss ich auch nicht. (Pizzabote!) Gut, die Kultur wird mir abgehen. Wurde schon medizinisch erforscht, ob FFP2-Masken bloß Skifahrer in Gondeln schützen (angeblich zu 95 Prozent) oder Theaterbesucher auf ihren Sitzen genauso? Oder müssten sich Letztere, um einen Vorschlag von Staatsoperndirektor Bogdan Roscic aufzugreifen, vorher Skischuhe anziehen? Ein Museum könnte man ja zur Not mit Spezialrutschmatten in eine Langlaufloipe verwandeln. Moment: 95 Prozent. Wie beim Impfstoff von Biontech/Pfizer. Also spätestens jetzt bin ich für ein Eintritts-MASKIEREN. Für eine Skischuhpflicht in der Oper bin ich allerdings nicht.