Meine Schwester hat mir grad einen Witz erzählt, den sie beim Einkaufen aufgeschnappt hat. Unterhalten sich zwei Angestellte in einem Drogeriemarkt. Sagt die eine: "Gehst bitte ins Lager und bringst die FFP2-Masken her? Ich hab schon einen Haken freigemacht." Kommt die andere nach kurzer Zeit zurück, freilich ohne Masken, dafür mit schlechten Nachrichten: "Die kamma ja gar ned aufhängen. Die Verpackung hat ka Loch." Darauf wieder die eine: "Machma halt eins rein."

Ätsch, das ist überhaupt kein Witz. Das ist wirklich passiert. (Haben die noch nie was von einer Wühlkiste gehört?) Den Locher hat aber eh niemand geholt, weil eine dritte Kollegin eingewendet hat, dass sie die Masken nachher alle wegschmeißen könnten. (Stimmt, durch das Luftloch in der Plastikhülle würde schließlich die ganze Hygiene entweichen.) Dieser Vorfall macht jedenfalls eines deutlich: Die FFP2-Maskenpflicht ab Montag schafft Probleme, die wohl keiner im Vorfeld bedacht hat. Zum Beispiel was ich nun mit meinen vielen Chirurgenmasken tun soll, die plötzlich ungültig geworden sind. Den Flüchtlingen auf Lesbos schicken? Ein zehnprozentiger Schutz vor Corona ist nämlich immer noch besser als keiner. Und wenn man zehn OP-Masken übereinander trägt (10 x 10 = 100 Prozent, oder?), wäre man sogar effektiver geschützt als wir hier mit unseren FFP2-Masken, die lediglich auf 94 Prozent kommen. Andererseits: So billig, um sie einfach zu verschenken, waren die auch wieder nicht. Kann ich sie eventuell in der Apotheke gegen FFP2-Masken umtauschen? Von mir aus zu einem Wechselkurs von 2:1.

Einen Haken hab ich bei mir daheim übrigens ebenfalls freigemacht. In der Garderobe. Muss ich bloß noch sieben weitere leere Haken auftreiben. Sechs für die übrigen Wochentage und einen für - meine Jacke. Dieser Virologe im Fernsehen hat zumindest empfohlen, sich eine Maske für Montag, eine für Dienstag und so weiter zu besorgen und nach dem Tragen jeweils eine Woche zum Trocknen aufzuhängen. Eine Woche? Würd’s mit dem Föhn schneller gehen? Moment, auf dem Beipackzettel steht: "Zum einmaligen Gebrauch." Na und? Bei den Impfflascherln hat sich der Hersteller doch genauso verzählt: "Enthält fünf Dosen." Dabei ist das in Wahrheit ein Sixpack. (Jetzt 20 Prozent mehr Inhalt bei gleicher Füllmenge.) Spontan haben Bürgermeister und Promis selbstlos den Ärmel aufgekrempelt, sonst hätte man jede sechste Dosis beim Klo runterspülen müssen (und wenn das nicht das Ergebnis des nächsten Corona-Tests verfälscht hätte, den man beim Abwasser gemacht hätte).

Bis zu fünf Mal kann man die FFP2-Maske angeblich wiederaufbereiten. Also auf den Haken zurückhängen. Hm. Wenn ich auch nur die Bandln berührt habe, soll ich mir sofort die Hände abhacken, Tschuldigung: waschen, diesen Sondermüll wochenlang offen in der Wohnung herumbaumeln zu lassen, ist dagegen okay? Na ja, die Alternative wäre, die Maske zu panieren und in Fett herauszubacken, bis sie knusprig braun ist. Nein, dann schlag ich noch lieber sieben Nägel in die Wand. Ach so, die meinen mit "Backen" eine Stunde bei 80 Grad im Backrohr. (Verdammt, dieses Virus macht mich zum Heimchen am Herd!)