Zum Glück bin ich nicht die Bundesregierung, weil die macht bekanntlich alles falsch. Da kündigt sie also an, dass die Wirte und Wirtinnen ihre Gäste und Gästinnen ab dem 27. März nimmer aussperren müssen, oder eigentlich müssen sie das schon noch, allerdings dürfen sie diese endlich vor die Tür setzen, nämlich in den Schanigarten (außer es kommt vorher der nächste Lockdown), und dann motschkern erst recht wieder alle. Die einen, weil sie keinen Schanigarten HABEN, und die andern, weil es in drei Wochen ja regnen könnte, und sollen sie das Schnitzel dem flüchtenden Gast, der flüchtenden Gästin vielleicht nachwerfen oder was?

Dabei GIBT es im Schanigarten gar kein schlechtes Wetter. Nur zu kleine Schirme. Okay, das sind Sonnenschirme, keine Regenschirme. Die sollen Schatten und nicht Trockenheit spenden. Und es kann natürlich sein, dass die Gewerbeordnung vorschreibt, dass Sonnenschirme umgehend abzuspannen sind, sobald es zu regnen anfängt, sonst zahlt man Strafe. Und sollte der Gesundheitsminister sie nicht überhaupt wegverordnen, schließlich halten die das UV-Licht ab und das killt immerhin angeblich das Virus? Ach, montiert man einfach statt der Heizstrahler keimtötende UV-C-Lampen und die Sache hat sich. Moment: Kriegt man vom UV-C-Licht nicht Krebs? (Na und? Aber kein Corona.)

Und was ist mit denen, die ebenfalls gern "garteln" würden? Für die will der Bürgermeister von Wien, der Michael Ludwig, irgendwo, wo in seiner Stadt noch Platz ist, Stehtische-Schanigärten einrichten. Stehtische? Ja, hat mir der Heinz grad am Telefon erzählt. Eh klar. Wie bei der Krankenkassa, wo die Gehbehinderten froh sein können, wenn an ihren Rollstühlen Räder dran sind. Und hier hat es wohl für keine SESSEL mehr gereicht. "Wemma uns net hinsetzen können, verzicht ma, oder, Heinz?" - "Wieso sollt ma uns net hinsetzen können?" - "Na wegen der Stehtische." - "Städtische! Von ,Stadt‘! STÄDTISCHE Schanigärten!" Oh. Und wo will man die alle hinstellen? In Rothneusiedl? Im Zielgebiet Donaufeld? Und serviert wird per Fahrradboten? Blödsinn. Im Stadtpark! (Die dürfen dort die Enten füttern?) Hm. Am Ende werden wahrscheinlich der Einfachheit halber kurzerhand die Fußgänger vorm Lokal über die Gehsteigkante gestoßen und die müssen dann halt auf der Straße herumspazieren, weil das Trottoir voller Outdoor-Verabreichungsplätze ist. "Hast du dir das net g‘wünscht? Mehr Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum?" - "Da hab ich g‘meint: mehr Klos. Ihr Männer habts es ja leicht, Heinz." - "Sehr witzig. Als ob diese dürren Bäumchen mit ihren Soletti-Stämmen, die einem beim Einparken plötzlich hintern Auspuff hüpfen und schrein: ,Besetzt!‘, uns irgend a Deckung geben täten."

He, sollen doch die SCHANIGÄRTEN auf die Straße ausweichen. Und die Autos fahren dazwischen Slalom. Beruhigt außerdem super den Verkehr. Und die Hotels rettet der Bürgermeister sicher auch noch. Mit städtischen Campingplätzen. Zelteln auf der ersten Fahrspur. Und wenn die Gäste in der Nacht aufs Klo müssen? Gehen sie eben auf den Nachttopf. (Äh, sie sollen die Blumentöpfe der Schanigärten benutzen? Und was machen die Gäst-innen?)