Hm. Verhindern können wir das wohl nimmer. Und wenn wir uns einfach geschlossen weigern, da mitzumachen? (Weil das ist doch reine Schikane.) Brächte allerdings nicht viel. Die meisten Uhren stellen sich ja mittlerweile von selber um. Automatisch. Und dann stehen sie plötzlich auf dem Fensterbankl in der Küche, weil dort der Empfang von diesem Funksignal besser ist. (Gut, das war angeblich der Heinz. Trotzdem: Die ZEIGER von der Uhr hat er NICHT angerührt.)

Die Leute kriegen freilich sowieso oft nichts von ihrem Zeitsprung mit. Die verschlafen den. Die legen sich am letzten Samstag im März ins Bett und wachen am letzten SONNTAG im März in der Zukunft auf, aus der ihre Uhren sie erst im Herbst wieder zurückholen. Und wenn sie das einmal NICHT tun, die Uhren? Weil der Autopilot defekt ist? Bleiben wir für immer in der Sommerzeit gefangen? Drum hab ich zur Sicherheit noch eine Armbanduhr, die NICHT "smart" ist, sondern deppert. Und wenn ich schon sonst dauernd nur Beifahrerin bin (no na, ohne Führerschein), will ich wenigstens zweimal im Jahr am Steuer meiner Zeitmaschine sitzen. Heuer wäre ich aber eigentlich dafür gewesen, die Normalzeit beizubehalten. (Diese Zeit soll normal sein? Kommt mir ehrlich gesagt nicht so vor.) In der aktuellen Situation fällt die Sommerzeit nämlich definitiv unter perverse Grausamkeit. Was hab ich davon, wenn es draußen länger hell ist, während ich ab 20 Uhr drinnen hocken muss? Okay, bis zum 25. April ist das kein Problem. Da geht die Sonne in Wien spätestens zu Beginn der nächtlichen Ausgangssperre unter. (He, warum schaltet man in der Nacht nicht kurzerhand die Straßenbeleuchtung aus, um die Menschen zum Daheimbleiben zu motivieren? - Weil die Handys Taschenlampen eingebaut haben.) Ab dem 26. April jedoch können wir jeden Tag ein paar Minuten länger bloß durchs Fenster zuschauen, wie das Wetter ist. Und bei Tageslicht sieht man das Wetter besonders deutlich.

Inzwischen hab ich aber eh nix mehr gegen die Zeitumstellung. Im Gegenteil. Wieso sie nicht vielmehr zur Pandemiebekämpfung nutzen? Weshalb die Zeit am 28. März um zwei in der Früh lediglich EINE Stunde vorstellen und nicht gleich 2043 Stunden und 32 Minuten? Dann wäre es genau 5.32 Uhr am 21. Juni (Sommeranfang), und bis Sommer ist bekanntlich jeder, der will, geimpft und darf wieder dürfen. Dass das ein Schwachsinn ist, ist mir natürlich durchaus bewusst. Dass es also keinerlei Effekt haben wird, wenn ich den Minutenzeiger 2.043-mal blöd im Kreis herumschicke. Das müssen logischerweise ALLE tun. Mit mir gemeinsam. Oder zumindest genügend Personen, damit eine Herdentemporalität eintritt und die Herde die Skeptiker und Verweigerer mitzieht in den Sommer. Deswegen: Bitte, stellt euch den Wecker, macht mit. (Entweder das oder Eintrittstests fürs Internet. Was ist euch lieber?) Mit EINER Stunde funktioniert es ja auch, oder? Zack - und um zwei Uhr ist es drei Uhr. (Das mit den 2.043 manuell weitergedrehten Stunden geht eventuell weniger zackig.) Eins noch: Vor dem Berühren der Uhr Hände waschen nicht vergessen! Wir wollen das Virus schließlich nicht mit in die Zukunft nehmen.