Na servas, hab ich mir angesichts dieser Fernsehbilder gedacht. Haben die alle noch nie was von Amazon gehört? Soooo lange Schlangen vor den Geschäften. Wie in der DDR. Andererseits LEBEN wir ja nimmer im Westen. Inzwischen sind wir Ossis. Das Land ist schließlich dreigeteilt: in Österreich, Osterreich, also "den Osten", und Vorarlberg. Trotzdem: Warum tut sich das jemand an, bitte (sich stundenlang anstellen)? Ach so, Ostern. (Moment: Ist nicht Weihnachten das Fest, wo man dem andern etwas schenkt, das der dann auf eBay versteigert?)

Dabei soll man doch sowieso keinen treffen. Am besten nicht einmal die Personen, die im selben Haushalt herumkrebsen. (Die meisten Ansteckungen passieren "im privaten Bereich", hallo?) Drum wär’s wohl das G’scheiteste, jeder würde mit sich SELBER Eier pecken. Wozu hat man denn zwei Hände? Die Ostereier vor sich selbst zu verstecken, ist da schon schwieriger. Okay, einkaufen war ich auch noch g‘schwind. Aber wenn ich diese eine Sache nicht noch besorgt hätte, eh nur eine winzige Kleinigkeit, wäre die "Osterruhe" womöglich überhaupt nicht in Kraft getreten. Auf die hab ich mich übrigens echt gefreut. In meiner Gegend werden nämlich grad sämtliche Gehsteige aufgerissen. (Und wenn bis zum 11. April die Presslufthämmer schweigen täten wie die Osterlämmer . . .) Osterruhe: Heißt das etwa, die sperren den Spielplatz im Hof wieder behördlich ab? Oder führen wenigstens eine Schnullerpflicht für Kinder bis sechs ein? Und verbieten der von nebenan, ihre Wäsche zu waschen? (Am Dienstag, als es im Raum Neunkirchen diesen Rumpler gegeben hat, haben die Seismologen nachher behauptet, das wäre das stärkste Erdbeben im Wiener Becken seit 20 Jahren gewesen. Die waren eben nie bei mir im "Raum Wohnzimmer", wenn die Waschmaschine von der Nachbarin im Schleudergang ist.)

Leider ist mit "Ruhe" allerdings nicht das akustische Phänomen gemeint, dieses Geräusch ohne Laut, dafür mit Leise. Vielmehr sollen wir offenbar auf dem Sofa in eine Oster-STARRE verfallen, die eventuell nahtlos in einen Frühlings-Rigor übergehen wird, ehe man ins Sommerkoma fällt. Kurzum: nicht bewegen! Zumindest nicht vor die Tür. Und damit die Leute freiwillig drin bleiben und endlich erkennen, dass es nirgends schöner ist als daheim - zeigt der ORF den "Zauberer von Oz" in Dauerschleife? So ähnlich. Weil zu viele dreimal die Hacken ihrer Patschen zusammenschlagen und murmeln: "There’s no place like Donaukanal", fängt man in Wien neuerdings an, die beliebtesten Orte unbeliebt zu machen. Mit einem Rauch- und Alkverbot. Gut, eigentlich mit einer FFP2-Maskenpflicht. Kommt freilich auf dasselbe raus. Und wenn man beim Luftschnappen ständig seinen eigenen verbrauchten Atem inhaliert, kann man ja GLEICH zu Hause bleiben. Dort kann man immerhin ein Fenster öffnen, bevor man erstickt. Und sollten die Menschen auf andere Plätze ausweichen, werden die einfach genauso zur Maskenzone. (Na und? Lutscht man halt ein Pfefferminzzuckerl. Und die Luft ist wieder frisch.) Hm. Und was hab ich nun so dringend erwerben müssen? Ohropax! Sonst wird das nix mit meiner Osterruhe. (Rattatatata-drrrr-drrrr . . .).