Jetzt sollen die Arbeitnehmer also an zwei Orten gleichzeitig sein - an ihrem Arbeitsplatz und daheim im Homeoffice. (Betonung auf "und".) Und wahrscheinlich sollen sie auch noch an beiden voll reinhackeln. Für dasselbe Geld. Dabei gibt’s doch eh so viele Arbeitslose, die NIX zu tun haben. Und warum regt das niemanden auf? Hat denn keiner die "Covid-19-Öffnungsverordnung" gelesen? Da steht’s: "Beim Betreten von Arbeitsorten ist darauf zu achten, dass die berufliche Tätigkeit vorzugsweise außerhalb der Arbeitsstätte erfolgen soll . . ."

Hm. Beim Reingehen bitte draußen bleiben? Ach so: ". . . sofern dies möglich ist." Und Bilokation IST nicht möglich. Oder meint der Paragraf, man soll im Büro Däumchen drehen und seinen Job gefälligst später woanders erledigen? Seeehr witzig. Und wann soll man dann Zeit fürs Gasthaus haben? Wenigstens ist die nächtliche Ausgangssperre nächste Woche Geschichte.

Na ja, dafür tritt ein Ess- und Trinkverbot in Kraft: "Zwischen 22:00 Uhr und 05:00 Uhr des folgenden Tages dürfen im Umkreis von 50 Metern um Betriebsstätten der Gastgewerbe keine Speisen oder Getränke konsumiert werden." Eine Maßnahme gegen den Corona-Speck? Mitternachtssnack-Cancelling? Der Heinz wird jedenfalls nach zehn seinen Kühlschrank nimmer aufmachen dürfen. Der wohnt nämlich genau gegenüber von einer Pizzeria. (He, wie weit ist eigentlich der Inder in meiner Gasse von MEINEM Kühlschrank weg?)

Und tagsüber? Ist "die Konsumation von Speisen und Getränken nur im Sitzen" gestattet. Schmäh-ohne? Und die Würstelstandln? Können zusperren. (Oder sie stellen Barhocker auf.) Blödsinn. Dort darf man ausnahmsweise stehen. Allerdings ist es strengstens untersagt, "in unmittelbarer Nähe der Ausgabestelle" ins Würschtl reinzubeißen. Äh, der Würstelstand IST die Ausgabestelle, hallo? Okay, zumindest muss man nicht beweisen, dass man "eine geringe epidemiologische Gefahr" darstellt. Apropos G: getestet, genesen, geimpft . . . gegrillt. Die GUTE Nachricht ist: Die Grillparty im Garten ist erlaubt. Und die schlechte? "Die Verabreichung von Speisen und der Ausschank von Getränken ist unzulässig." Das ist ja Folter! Außerdem gilt ab elf Personen die 3-G-Regel. (3G, wohlgemerkt. Nicht 4G. Grillfleisch mitzubringen reicht NICHT.) Und das gesellige Beisammensein muss gemeldet werden.Gesellig? Bei einem Mindestabstand von zwei Metern zu haushaltsfremden Personen? Der wird einem schließlich bloß erlassen, wenn "nicht mehr als vier Personen aus weniger als drei Haushalten" anwesend sind. Weniger als drei: Ist das dasselbe wie maximal zwei? Moment: die "Verabreichung" und der "Ausschank". Und wenn sich jeder einfach selber bedient? Oder man Tischkärtchen bastelt? Weil "mit zugewiesenen und gekennzeichneten Sitzplätzen" ist die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme anscheinend kein Problem.

Im Kino kann man sich sogar von der Maskenpflicht freikaufen. Indem man sich am Buffet mit so viel Popcorn eindeckt, dass man bis zum Ende des Films was zu futtern hat. Am besten grillt man sowieso IN der Wohnung. Hier gibt’s ka Sünd‘. Muss man halt oft lüften. Sonst kriegt noch wer eine Rauchgasvergiftung.