Das wäre der "Tag der Freude", haben K und K gesagt, der Kurz und sein Vize, der Kogler. Na ja, die haben eben MEINEN Tag nicht miterlebt. Den würde ich nämlich mit einem anderen F-Wort beschreiben: Frust. Wird der 19. Mai jetzt eigentlich ein gesetzlicher Feiertag, an dem wir fortan jedes Jahr der Wiederauferstehung der Ess- und sonstigen Kultur gedenken? Und gibt’s ein Bild vom ersten gezapften Bier nach dieser langen Durststrecke? (Das ist schließlich quasi das Neujahrsbaby der Gastronomie.) Auf dem Tisch von den insgesamt VIER Ks (Kurz, Kogler, Köstinger und die Kulturstaatssekretärin) ist übrigens KEINS gestanden, kein Krügel, als diese im Schanigarten vom Schweizerhaus mit der Stelze posiert haben (und die Kameraleute und Fotografen trenzend zuschauen haben müssen).

Während die also der Bevölkerung, die die letzten Monate mit den Fingern aus der Pizzaschachtel gegessen und sämtliche Tischmanieren verlernt hat, vorgeführt haben, wie man zivilisiert vor einem Teller mit Besteck sitzt, war ich daheim auf dem Sofa. Und hab versucht, einen Termin zu buchen. (Einen Impftermin? Nein, einen anderen. Freilich ebenfalls was mit Gesundheit.) Bekanntlich haben sich die Leute im Homeoffice ja förmlich in Menschen ohne Unterleib verwandelt: Oben hui, unten Jogginghose. (Okay, im Lokal fällt es eh auch nicht auf, wenn man unterm Tisch nicht gesellschaftsfähig ist - solange man nicht aufsteht.) Doch bloß weil er in einer Hose mit Gummibund steckt, heißt das nicht, dass er nicht existieren würde, der Unterleib. Und meiner ist grad etwas reparaturbedürftig. Drum hat mich mein Gynäkologe ("Das wird wohl ohne Operation nicht gehen.") an die entsprechende Ambulanz im AKH überwiesen.

Aha, "Tel. Terminvereinbarung MO - FR von 7:30 - 15:00 Uhr." Na gut, ruf ich an. "Wiener Gesundheitsverbund. Herzlich willkommen, bla, bla, bla, meldet sich in Kürze." Nach einer schier endlosen Kürze meldet sich tatsächlich wer, um mir mitzuteilen, dass niemand abhebt. Ob ich warten wolle. Von wollen kann zwar keine Rede sein, aber ja, meinetwegen. Irgendwann hab ich blöderweise aufs Klo müssen. Weil meine Blase durch die häufigen Werbepausen im Fernsehen und die lange Theater- und Kinoabstinenz inzwischen verweichlicht ist. (Verdammt, ich hätte in der Früh keinen Kaffee trinken sollen!) Ach, muss ich mit dem Warten eben wieder von vorne anfangen, was soll’s. Ich hab heute sowieso nix mehr vor. Nachher ist allerdings nicht einmal mehr die Warteschleife rangegangen. "Der Teilnehmer kann Ihren Anruf derzeit nicht entgegennehmen. Bitte versuchen Sie es später wieder." 25-mal hab ich mir diesen Satz in den nächsten vier Stunden anhören müssen. Dann endlich, in der letzten Minute vor drei: Juhuu, es läutet! (Immerhin.) "Leider rufen Sie außerhalb unserer Ordinationszeiten an." Will mich die Hättens-halt-früher-angerufen-selber-schuld-Tonbandstimme häkerln? He, kann ich vielleicht online einen Termin buchen, an dem ich persönlich beim Terminkalender vorsprechen darf wegen eines Termins für eine Untersuchung? Müsste ich mir lediglich vorher noch g’schwind einen Termin ausmachen. Für einen Zutrittstest.