VOR Corona war das Problem, dass Wien bei den Ausländern zu beliebt war. Also dieser Overtourism. Eigentlich hätte man die Stadt wegen Überfüllung schließen müssen. Weil sie eben anscheinend nicht nur die lebenswerteste von allen war, sondern auch die besuchenswerteste. Wer freilich gedacht hat, ohne Touristen müsste sie logischerweise NOCH lebenswerter sein und im Ranking den Platz RÖMISCH eins belegen, der wird nun ziemlich geschockt sein. Über den Absturz auf den zwölften Platz.

Okay, darüber hat eh bloß eine einzige Publikation auf der Welt berichtet (und alle andern haben lediglich von ihr abgeschrieben). Noch dazu eine britische. Weil es ist bestimmt reiner Zufall, dass die Briten diesmal Auckland aufs Stockerl gehievt haben, oder? Auckland, hallo? Das liegt auf einer Insel, wo das Staatsoberhaupt ihre Königin Elisabeth II. ist! Auf DIE Chatprotokolle bin ich gespannt. Was sich die Queen und die Premierministerin von Neuseeland gesimst haben. ("You get everything you want anyway. Kiss, kiss, kiss." - "I’m so happy :-))). I love my Queen. Thumbs-up-Emoji, Muscle-Emoji, Muscle-Emoji.") EIN SMS-Daumen aus dem Commonwealth wäscht den andern. Egal. Wir haben derzeit ganz andere Sorgen. Die Arbeitslosigkeit, zum Beispiel. Grad erst hat der Pöbel nämlich den Alleinherrscher von der Öbag aus seinem Job gemobbt. (Wenn du nicht reisen willst wie wir, fliegst!) Obwohl das gemeine Volk doch am liebsten selber nicht so reisen würde wie der Pöbel. Dann die Massenobdachlosigkeit der feiernden Jugend. Weil man blöderweise die nächtliche Ausgangssperre aufgehoben hat, ohne die Discos zu öffnen. Und jetzt müssen halt dermaßen viele im FREIEN einen Mulatschag machen, dass kein Merkblatt mit den Corona-Regeln mehr zwischen sie passt. Kann man denn gar nichts gegen die Übergeselligkeit tun? Na ja: Pfefferspray und Platzverbote. Ansonsten könnte man die Orte höchstens unattraktiver machen. Oder sicherer. Am besten beides. Sämtliche Mistkübel abzumontieren hat jedenfalls NIX gebracht (und darauf zu spekulieren, dass die "Generation Greta" sofort fluchtartig den öffentlichen Raum verlässt, wenn sie dort den Müll nicht korrekt trennen kann). Warum soll man seinen Dreck wegputzen, wenn man sowieso schon Grün wählt?

Angeblich plumpst dauernd irgendwer in den Donaukanal. (He, die waschen sich nur die Hände!) Drum wird über ein Geländer diskutiert. Ach, besser gleich einen sechs Meter hohen Zaun errichten wie in Ceuta. Als wäre der Kai eine EU-Außengrenze. Toll. Und wenn man die ersten betrunkenen Klettermaxln blutig aus dem Natostacheldraht pflücken wird müssen, wird’s wieder keiner gewesen sein. (Und vor der Karlskirche bitte die Beete zubetonieren! Nicht, dass die Horde noch die Blumen zertrampelt.) Aber die Stadt hat sich ohnedies für die humanere ÖSTERREICHISCHE Lösung entschieden: Awareness-Teams. Party-Sheriffs? So etwas wie die Eltern auf dem Schulball? Und sprechen die bloß Englisch? Falsch. Die meditieren. Nein, OHNE t. Das sind Mediatoren. Aha, das heißt wohl, dass sie an die Anrainer Gratis-Ohrstöpsel verteilen. Und was kriegen die "Partysanen"? Babyelefanten-Luftballone?