Dieser Text schreit nach einer Fortsetzung. "Jetzt schon?", höre ich Sie murmeln, "worum geht’s denn überhaupt?" Nun: Eigentlich ist die dieswöchige "Maschinenraum"-Kolumne ein Beschwerdebrief. Und zwar mit zwei Adressaten: zuvorderst Indesit, eventuell auch Kika. Das österreichische Möbelhaus hat mir vor zwei Jahren und drei Monaten einen Kühlschrank verkauft. Einen eben jener vormals italienischen Traditionsmarke, die heute zum US-Konzern Whirlpool gehört. Ein schickes Gerät mit 307 Liter Volumen, Energieklasse A++ und Gefrierabteil, das gute Dienste verrichtete. Bislang. Denn vor wenigen Tagen begann die Kühlleistung rapide zu schwinden, um schließlich auf null zu sinken. Sprich: Das Gerät war augenscheinlich kaputt.

Walter Gröbchen ist Label-Betreiber (www.monkeymusic.at), Musikverleger und Autor in Wien. Mehr Kommentare und Kolumnen auf seinem Blog groebchen.wordpress.com
Walter Gröbchen ist Label-Betreiber (www.monkeymusic.at), Musikverleger und Autor in Wien. Mehr Kommentare und Kolumnen auf seinem Blog groebchen.wordpress.com

Da ich kein Experte für Kältetechnik und Reparaturen von Haushaltsgeräten bin, blieb nur der Griff zum Telefon. Freilich fragte man bei Kika gleich nach dem Rechnungsdatum. Das war Ende März 2019. Tut uns leid, hieß es postwendend, damit sei die Garantie abgelaufen. Wenn auch erst seit ein paar Wochen. Ob sich eine Reparatur auszahle, wisse man nicht, bezweifle dies aber stark. Die Arbeits- und Wegzeit von fachkundigen Kräften sei nun einmal sehr teuer. Kulanz? Ein unbekannter Terminus im Wortschatz des Verkäufers. Man rate dazu, ein neues Gerät anzuschaffen. Und hätte da auch einiges im Angebot.

Ähnlich verlief die Kommunikation mit Indesit (vulgo Whirlpool) Austria. Das beginnt damit, dass man eine kostenpflichtige 0820-Nummer anruft, um sich dann bei einer weiteren Nummer in die Warteschlange zwei ("Gerät älter als 24 Monate") einzureihen. Die Reparatur, erklärte man mir schließlich, erfolge "auf eigenes Risiko". Die höfliche Nachfrage, was der Erfahrung nach der wahrscheinlichste Fehler sei - denn es gibt immer Schwachpunkte, und diese sind den Konstrukteuren und Serviceleuten wohlbekannt -, blieb unbeantwortet. Wie also nun eine Abwägung treffen? Freilich könnte es sich um ein kaputtes Kleinteil um wenige Cent handeln, das leicht auszutauschen ist. Andererseits kostet es fast schon so viel wie ein neuer Kühlschrank, die Diagnose zu erstellen (die übrigens, meiner Erfahrung nach, auch aus dem Mund von Servicetechnikern oft vage bleibt oder absurd falsch ist). Also bleibt das Riesenschrott(?)-Teil erst einmal an seinem Platz stehen und ich gehe zum Nachbarn, wenn ich ein kühles Getränk genießen will. Freilich ist das keine Dauerlösung. Auf Facebook raten Freunde zur Eigenrecherche via Google ("Ersatzteil hat 0,80 Euro gekostet, für den Einbau hab ich zehn Minuten gebraucht"), blödeln herum ("Das neue Modell heißt wohl Obsoleszenz 25M") oder erläutern die Nachteile des Kühlmittels R600a im Vergleich zu R12a. Der Fingerzeig, dass es einen der Pandemieflaute geschuldeten 100-Euro-Reparatur-Gutschein der Stadt Wien gibt, wird dankbar aufgenommen.

Wenn das der ultimative Anreiz ist, den Indesit-Kühlschrank nicht reflexhaft auf den Müllhaufen zu werfen (und die Marke in Zukunft strikt zu meiden), dann plädiere ich dafür, die Wirtschaft mit 1.000-Euro-Reparatur-Tickets zu füttern. Denn die Alternative ist definitiv keine.

Fortsetzung folgt.