Schön ist das Fahrzeug nicht. Aber es sind auch weniger ästhetische Kriterien, nach denen solche Autos gewählt werden, als technische. Subaru ist ein Exot unter den Herstellern, selbst in seiner Heimat Japan. Er setzt seit vielen Jahren konsequent auf Eigenentwicklungen, zumeist mit permanentem Allradantrieb und Boxermotor. Die Fahrzeugpalette von Subaru gilt als besonders robust, zuverlässig und langlebig. Trotz des Nischenprogramms ist die Marke der ertragreichste Bereich des Mutterkonzerns Fuji Heavy Industries.

Walter Gröbchen ist Label-Betreiber (www.monkeymusic.at), Musikverleger und Autor in Wien. Mehr Kommentare und Kolumnen auf seinem Blog groebchen.wordpress.com
Walter Gröbchen ist Label-Betreiber (www.monkeymusic.at), Musikverleger und Autor in Wien. Mehr Kommentare und Kolumnen auf seinem Blog groebchen.wordpress.com

Das Waldviertel ist eine geeignete Gegend, um mit einem Subaru herumzukurven. Das Modell, in dem ich das gerade tue, heißt wohl nicht zufällig "Forester", also Förster. Mit ausreichender Bodenfreiheit, Geländeuntersetzung und vier angetriebenen Rädern ist das ein SUV, mit dem man sich tatsächlich auch abseits asphaltierter Straßen bewegen kann. Wenn man will. Oder muss. Dass die fünfte Generation des Förstervehikels nur als Hybridvariante erhältlich ist, überrascht kaum: Selbst im härtesten Alltagseinsatz schwingt heute ein gesteigertes Umweltbewusstsein mit. Der zusätzliche 16,7-PS-Elektromotor hilft vor allem beim Anfahren und im Gelände. Und er spart ganz klar Benzin.

Die Diskussion um Autos generell und Elektroautos im Speziellen - der Anteil am Auto-Gesamtmarkt steigt rasant - erspare ich mir an dieser Stelle. Denn ein "Forester" wird fast ausschließlich abseits der Großstädte zum Einsatz kommen. Und noch hat nicht jeder Bauer am Land einen eigenen Starkstromanschluss oder Solarzellen am Scheunendach. Was freilich rasch kommen wird. Auch eine No-Nonsense-Marke wie Subaru kann sich dem Trend nicht verschließen.

Apropos Trend: Die Menge an elektronischen Assistenz- und Warnsystemen in neuen Autos nimmt drastisch zu. Man kann sich als Fahrer der sanften Gängelung kaum mehr entziehen. Ab 2022 sind in neu typisierten Fahrzeugen ein Intelligenter Geschwindigkeitsassistent, ein automatischer Notbremsassistent, ein Notfall-Spurhalteassistent, ein Müdigkeitswarner und ein Rückfahrassistent sowie ein Notbremslicht, eine "ereignisbezogene Datenaufzeichnung" und eine Vorrichtung zum Einbau einer alkoholempfindlichen Wegfahrsperre Pflicht. Der Subaru hat das großteils schon eingebaut. Und wie bei allen modernen Fahrzeugen ist das Ausschalten der oft ungewohnt lästigen Helferlein, so überhaupt möglich, eher mühselig. Zumal es bei jedem Fahrtantritt neu erfolgen muss.

Wie fehleranfällig diese Systeme aber oft sind, zeigt beim - sonst sehr soliden - "Forester" die Automatik des Fernlichts. Es ist bisweilen mehr als ärgerlich, nämlich lebensgefährlich, wenn der Wechsel von Abblend- auf Fernlicht und umgekehrt mehrere Sekunden braucht. Oder (zu) oft gar nicht erfolgt. So wird eine Fahrt durch Waldetappen zum Abenteuerparcours. Man beginnt mit dem Fahrzeug zu reden, ja es zu beschimpfen, bis es sich bequemt, wieder für mehr Licht zu sorgen. Du, du, Subaru! Das sollte sich bis nach Japan durchsprechen.