Im Moment möchte ich auch kein Pferd besitzen. Kaum braucht der Hobbyreiter zum Beispiel nur ein harmloses Entwurmungsmittel für das arme Tier, schon glaubt die ganze Apotheke insgeheim, der König der Querdenker steht schon wieder vor der Tür. Man hat es wirklich nicht leicht heutzutage. Am Stephansplatz fallen die Fiakerpferde um. Aus Bewegungsmangel tun sie das, weil keine Touristen da sind, fallen die Pferde um, sagt jener Obmann, der für sie verantwortlich ist. Jetzt bleiben sie ohnehin erstmal stehen im Stall, aber vielleicht führt sie da wenigstens wer ein wenig im Kreis herum, jetzt, wo eh nichts mehr zu tun ist außer das.
Kaum hat der Steuerberater angekündigt, dass der zuständige Herr vom Finanzamt die Zahlen zur Kurzarbeit im ersten Lockdown prüfen wird, schon kommt die Meldung vom vierten Lockdown auf den Tisch. Quasi zeitgleich war das. Da soll noch wer behaupten, dass bei uns, dass in der Maschinerie Österreich kein Rädchen ins andere springt. Da klappt alles. Das muss man sich laut vorsagen, um bei Vernunft zu bleiben, auch wenn der Vorsager nicht mehr da ist. Eigenlob kann Notwehr sein. Die da draußen glauben ohnehin schon, wir sind die Idioten.
Der gute Doktor aus der Schweiz zumindest glaubt das ganz sicher. Zuerst zwurbeln wir immer noch an der Fußball-Weltmeisterschaft herum und dann wird es wohl nicht mehr viel werden mit der Schisaison in diesem Winter. Noch ein Grund, warum ich mir immer weniger was im Fernsehen anschaue. Die echten Experten telefonieren. Aber auch deshalb möchte ich bitte nicht, dass Sie mich für einen Querdenker halten.
Der gute Doktor hätte mich zum runden Geburtstag besuchen wollen. Aber bitte sehr und eh schon wissen. Werde ich den runden Geburtstag halt mit einem schönen Spaziergang zelebrieren. Eventuell trinke ich heimlich Alkohol, allein auf einer Bank im Stadtpark, in der Nähe krächzen die Krähen. Es wird sehr guter Alkohol sein. Notfalls geht das auch ohne Krähen.