Saturn-Darstellung aus dem Nationalmuseum von Bardo in Tunis. Dem Gott der Aussaat zu Ehren fanden im alten Rom im Dezember die Saturnalien statt. 
- © G41rn8, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Saturn-Darstellung aus dem Nationalmuseum von Bardo in Tunis. Dem Gott der Aussaat zu Ehren fanden im alten Rom im Dezember die Saturnalien statt.

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Wenn von den großen zivilisatorischen Leistungen der alten Griechen und Römer gesprochen wird, vergisst man häufig auf eine Bevölkerungsgruppe, die in den antiken Quellen nur wenige Spuren hinterlassen hat, ohne die all dies aber nicht möglich gewesen wäre: die Sklaven.

Wie viele von ihnen es tatsächlich gab, kann nur grob geschätzt werden, allein im römisch regierten Italien dürften es aber rund 1 bis 1,5 Millionen Menschen gewesen sein, die nicht nur ohne Bezahlung arbeiten mussten, sondern ihren Herren auch schutzlos ausgeliefert waren. Wobei sich die Lebensumstände einzelner Sklaven stark unterschieden: Schwerarbeiter in der Landwirtschaft oder in den Minen mussten geradezu Unmenschliches verrichten und starben oft schon nach wenigen Jahren an Entkräftung. Viel leichter hatten es dagegen Haussklaven, die ihre Herren im Alltag bedienten, kochten und in Einzelfällen und bei entsprechender Bildung sogar als Lehrer ihrer Kinder fungierten.

So umfassend und scharfsinnig die antiken Philosophen die Grundlagen des menschlichen Zusammenlebens auch beschrieben und analysiert haben, die Sklaverei wurde von ihnen kaum behandelt und auch nicht in Frage gestellt. Der Grieche Aristoteles etwa erklärte, dass es Menschen gäbe, die von Natur aus zur Tugend unfähig seien. Für sie sei es sogar gut, Sklave zu sein, weil ihr Herr sie dann zur Tugend anleiten könne.

Was die Sklaverei im alten Rom allerdings entscheidend von späteren Formen solcher menschlichen Unterdrückung unterscheidet, ist die Tatsache, dass man damals den Status des Sklaven auch wieder verlassen und zu einem "Freigelassenen" werden konnte. Manchmal wurden Sklaven von ihren Herren als Dank für ihre Loyalität oder aufgrund außergewöhnlicher Leistungen befreit. Manche Sklaven schafften es auch, sich freizukaufen, indem sie ihrem Herrn die gewünschte Summe an Geld gaben. Billig war dies allerdings nicht, kostete damals ein Sklave doch das durchschnittliche Jahreseinkommen eines erfolgreichen römischen Handwerkers.

Zumindest einmal im Jahr aber herrschte im alten Rom eine "verkehrte Welt": Im Zuge der Feierlichkeiten zu Ehren des Gottes Saturn, die traditionell im Monat Dezember stattfanden, tauschten die Sklaven mit ihren Herren die Rollen und konnten ihnen offen die Meinung sagen. Allzu viel dürften sie sich dabei allerdings wohl nicht herausgenommen haben, schließlich herrschten ja schon am nächsten Tag wieder die alten Verhältnisse, die den Herren jedes Recht gaben, ihre Sklaven für Unbotmäßigkeiten zu bestrafen.