Die schönste Meldung zum Jahreswechsel geht von der Impfgegnerfront aus meinem persönlichen Nahbereich aus. Nämlich hundertprozentige Trendumkehr. Der Eine hatte schlicht und einfach Angst gehabt. Beim Zweiten kam zur berechtigten Vorsicht überdies auch noch auffälliges Verhalten dazu. Der hat sich noch nie leichtfertig was vom Staat vorschreiben lassen. Das ist schon vor der Pandemie so gewesen. Und wurde mit der Pandemie nicht besser. Steuern zahlt er trotzdem.
Wenigstens hat vorerst die Vernunft gesiegt. Oder das, was wir im Moment für die Vernunft halten. Ganz ohne Gasthaus wollten sie dann doch nicht leben. Beide haben ihre Impftermine ohne weitere Probleme weggesteckt. Wie sie den Mikrochip von Bill Gates vertragen, kann ich nicht sagen. Ich hatte gefragt. Es gab keine Antwort.
Wie man überhaupt vorsichtig sein muss bei Witzen im Milieu der Hochempfindlichen. Solange die Pointe stimmt, ist mir völlig egal, wer beleidigt ist. Diese Einsicht stammt von Billy Wilder. Der hat nicht nur Marilyn Monroe mit einem Schäferhund verglichen, sondern war auch sonst nicht auf den Mund gefallen. Wilder konnte vor den Nazis nach Hollywood flüchten. Ursprünglich kommt der Mann aus Wien. Ich hätte gerne gehört, welche Bemerkung Billy Wilder zu Menschen einfällt, die mit Kuhglocken über die Wiener Ringstraße marschieren, weil sie sich für Patrioten halten und alle Geimpften für das Gegenteil.
Eventuell hätte er sogar einen saulustigen Film über die Situation gemacht. Irgendwann später, wenn alles vorbei ist.
Situation sage ich, weil ich in der Firma nicht mehr Problem sagen darf. Wurde verboten von meiner Frau. Seit die ganze Welt unter Problemen stöhnt, sagen wir Situationen dazu und fühlen uns gleich besser dabei, weil der Dreck ist zwar immer noch da, aber das Wort ist schöner geworden und im Anfang war das Wort, das wusste schon die Bibel.
Wenn ich mir was zu Weihnachten wünschen darf, dann ist das die Mäßigung und zwar für alle. Heute Abend werde ich ein Buch über die Liebe lesen. Sie dürfen das ruhig als Notwehr sehen.