Jeff Bezos, das ist bekanntlich der, der mit einer Erektion ins All geflogen ist. Also: an Bord von einer. Bzw. hat seine Rakete eher ausgesehen wie . . . ein Massagestab. Wurscht. (Salami, zum Beispiel.) Jetzt hat er jedenfalls, zumindest wird fleißig darüber berichtet, ein Problem mit seiner Potenz. Oder eigentlich ist das nicht sein Problem. Sondern den Rotterdamern ihres. Deren denkmalgeschützte Brücke ist zu niedrig. Und der Amazon-Gründer will immerhin mit drei Erektionen auf einmal unter ihr durchschippern. (Seine Superyacht wird nämlich drei Supermasten haben.)

Da muss ich unweigerlich an einen Witz denken. Treffen sich zwei alte Freunde (und die sind wirklich alt). Fragt der eine: "Und? Wie bist mit deinem neuen Gehstock zufrieden?" Darauf der andere: "So lala. A bissl zu lang is er." Wieder der eine: "Schneid ihn halt unten ab." Blickt ihn der andre fassungslos an: "Wieso? Da passt er doch." Und Bezos’ Schifferl ist sicher auch nicht oben zu hoch. (Und soll es vielleicht Limbo tanzen, um ins offene Meer zu gelangen?) Denn Superreiche sind nun einmal Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Dass die Brücken höher gebaut werden beispielsweise. Oder wenigstens aufklappbar sind. Die in Rotterdam ("de Hef") wird freilich möglicherweise eh barrierefrei gemacht. Indem sie (Reichen sollst du weichen!) abgerissen und später originalgetreu wiederaufgebaut wird? Blödsinn. Tun alle grad so, als wollte da einer, der so viel Geld hat, dass er es schon ins Weltall schießen muss, den Arc de Triomphe in Paris durch einen Klon ersetzen (nachdem er das Wahrzeichen geschleift hat, zumal ihm das bei seiner Landung mit seinem Superheli im Weg war). Nein, lediglich der Mittelteil einer Hebebrücke wird abmontiert und nach der Durchfahrt sofort wieder drangemacht. Auf Kosten des reichsten Mannes der Welt. (Der Bezos schickt dem Elon Musk die Rechnung?) Ach so, der superste Reiche ist ja bloß noch Zweiter. (Oder Dritter?) Der Typ mit den sich selbst überfahrenden Autos (oder so) soll inzwischen superer sein als er.

Außerdem ist das überhaupt keine Brücke - mehr. Seit die Eisenbahn nimmer drüberrollt, ist das nur noch ein Industriedenkmal. Aber das hat halt einen hohen emotionalen Wert. Vor ein paar Jahren erst ist das Hubelement bereits einmal ausgehängt worden. Zwecks Restaurierung. Hätten sie mit dem Wiederreinhängen nicht warten können, bis die Yacht fertig ist? Selber schuld, die Holländer. Zuerst bauen sie einem Multimilliardär ein viel zu großes Boot, und wenn er damit aus dem Hafen rausfahren will, drohen sie, es mit Eiern zu bewerfen. Um diesem Superreichen zu zeigen, dass sie mehr Eier haben als er. Und dass ihn in Holland keiner mehr lieb hat, egal wie viele sympathisch lächelnde Pakete er an sie verschickt. (Auf diesen Schmunzelpfeil fallen sie ihm nicht mehr rein, auf dieses Dr.-Evil-Grinsen.) Der glaubt wohl, dass er sich mit Geld alles kaufen kann. (Na ja, womit sollte er sonst bezahlen?)

Angeblich lassen die "Eggorists" (Eier-Terroristen) schon ihre Wurfgeschosse faulen, dass sie im Juni reif sind. Natürlich darf man sich auch vegan ärgern. Äh, welches Tier legt vegane Eier, bitte? Die Tomatenpflanze! Könnten sie nicht einfach ihren Mast aufrichten? Dem Bezos den Stinkefinger zeigen? Aus Solidarität mit dem Schiffsjungen, der nachher das Deck schrubben muss?