Als ich dieser Tage das Foto vom längsten Tisch der Welt gesehen habe, an dessen jeweiligen Enden sich die weltpolitischen Großgrößen Wladimir Putin und Emmanuel Macron gegenübersaßen, im persönlichen Gespräch meilenweit voneinander entfernt, grotesk wie zwei genial gezeichnete Witzfiguren, da war mein erster Gedanke: Es gibt sie also doch, die Lügenpresse.
Gleich danach suchte ich die Aufnahme sorgfältig nach allfälligen Zeichen von Satire ab. Wenn der Christoph Grissemann im Fernsehen den Fellner schafft, dann bekommt er am Foto auch den Putin hin, da bin ich mir absolut sicher nach so vielen Jahren mit "Willkommen Österreich", trotzdem, hier waren die Echten unterwegs, um sichtlich deplatziert über das Wetter und das Abendessen und die vielfältigen Möglichkeiten eines baldigen Weltkrieges zu plaudern.
Was sollte dieser Tisch, der alle Dimensionen sprengt? Was wollte uns die Inszenierung sagen? Keine Ahnung. Da muss der Mensch den Peter Filzmaier fragen. Verstehe einer, wie die Führer denken. Ich tue es längst nicht mehr. Ich bin schon bei der heimischen Elite ausgestiegen.
Dass China die religiöse und ethnische Minderheit der Uiguren zu Abertausenden in Umerziehungslager steckt, sollte sich auch bei uns schon herumgesprochen haben. Noch nicht ganz so bekannt dabei ist, wie schnell man als kreuzbraver Uigure Stress mit den Behörden kriegen kann. Durch das plötzliche Einstellen von Rauchen und Trinken zum Beispiel. Das ist mein Lieblingspunkt auf der chinesischen Überwachungsliste für Uiguren. Höchst verdächtig, weil man auf einmal nicht mehr säuft. Der Punkt würde auch im Weinviertel halten. Und am Stammtisch sowieso.
Bleiben nur noch die Saatkrähen über. Das sind ungewöhnlich kluge Vögel, jeder Schrebergärtner, jeder Freizeitjäger weiß grandiose Geschichten zu berichten, und weil die Viecher eben so fürchterlich gescheit sind, will man sie nun in der schwedischen Provinz zum Einsammeln von Zigarettenstummeln abrichten. Eine super Idee, finden die schwedischen Kettenraucher. Wie die Saatkrähen die Sache sehen, weiß man nicht. Ich war jung und brauchte das Futter. Wenigstens sind in Schweden die Schimpansen selten. Sonst hätte man für die auch schon einen Job gesucht.