Die lassen grad 150-Euro-Scheine drucken? Für jeden Haushalt einen? Also gleich vier Millionen Stück? Als Unterstützung wegen der steigenden Strom- und Gaspreise? Moment: Ein Euroschein mit diesem Nennwert existiert doch gar nicht. Na und? Noch nicht. Drum wird es auch bis mindestens April dauern, bis er per Postwurfsendung ausgegeben werden kann. Und womöglich muss der Bundeskanzler noch jeden eigenhändig signieren.

Ein bissl irritiert es mich allerdings schon, dass das Geld überhaupt gedruckt werden muss. (Abgesehen davon, dass draufstehen wird: "Keine Barablöse möglich.") Weil sollte nicht eigentlich genug davon da sein? (Okay, keine 150-Euroscheine, aber ich hätte einen Hunderter und einen Fuffziger ebenfalls genommen.) Schließlich wurde soeben ein Überschuss von einer Milliarde erwirtschaftet. Und der Karl Nehammer musste dafür nicht einmal den Kopf in eine Suppenschüssel stecken. Höchstens in eine imaginäre. Für die, die die Geschichte nicht kennen (die vom "Michel in der Suppenschüssel"): Der kleine Michel aus Lönneberga, eine Kinderbuchfigur von Astrid Lindgren, will das letzte Lackerl von der Rindfleischsuppe aufschlecken und bleibt dabei in der Suppenschüssel stecken, die vier Kronen gekostet hat, weshalb man sie nicht zerschlagen will. Drum auf zum Onkel Doktor. Dort zerbricht der Bub die Schüssel versehentlich selbst (am Schreibtisch, als er sich verbeugt), was ein Glück ist, denn der Arzt hätte fünf Kronen für die Kopfgeburt verlangt, woraufhin sich Michels Papa freut, dass er nun "eine Krone verdient" hat.

Und der Steuerzahler hat gerade eine Milliarde verdient. Durch das Abblasen der Impflotterie. He, wieso nehmen sie nicht das Geld für den Energiekostenausgleich, statt neues zu drucken? Na ja, weil es sich bei den 150 Euro genau genommen um einen Gutschein handelt, einzulösen beim Energieanbieter, und nicht um einen Geldschein. (Klingt wie ein Bar-Witz: Kommen 150 Euro nicht in bar . . .) Hm. 150 Euro mal vier Millionen Haushalte macht 600 Millionen Euro. Und die restlichen 400 Millionen? Kostet vermutlich die Abwicklung. Die Druckkosten, die Website (richtet sicher wieder die Schramböck ein), die Beschwerde-Hotline, die Umbenennung von Gutschein in "Besserschein" und, und, und. Website? Ja, auf der man die Einlösung beantragt. (Und wenn jemand aus Überforderung den Schein anzündet und sich die Hände daran wärmt, gilt dieser dann als eingelöst?)

Spitzenverdiener aufgepasst: Vorher auf den Lohnzettel schauen, ob man eh einlösungsberechtigt ist. Und maximal 5.670 Euro brutto monatlich verdient. Sonst begeht man Fördermissbrauch. Ist so jemand ein "Gutscheinschänder"? Und müssen die G’stopften ihren Gutschein zurückschicken? Eingeschrieben? Jedenfalls dürfen sie ihn nicht dem nächsten Obdachlosen in den . . . Becher stecken. Ist nämlich nicht übertragbar. (Ist ja kein Virus.)

Die Politik setzt da übrigens auf Eigenverantwortung. Die stichprobenartig kontrolliert wird. Vielleicht genauso wie bald die Impfpflicht? Von der Polizei? Geh bitte, muss ich meinen Einkommenssteuerbescheid jetzt auch immer dabeihaben? Und wenn nicht, zahl ich 600 Euro Strafe? Ich hab grad eine geniale Idee: Ich zerreiß den depperten Gutschein und gewinne (600 - 150 =) 450 Euro!