Offenbar fürchten sich jetzt einige vor dem dritten Weltkrieg. Die sollten lieber Angst vor dem vierten haben. Denn wütet der dritte nicht längst? Die Pandemie, hallo? Und bloß weil da die Leute im Bett sterben, heißt das nicht, dass der nicht gilt, oder?

Okay, bei uns (und anderswo) wurde er gerade beendet. Wir machen einfach nimmer mit. Ja, ein paar lästige Einschränkungen gibt’s noch (Maskenpflicht in Öffis und Supermarkt), besonders in Wien, doch im Wesentlichen leben wird wieder, als wäre nix. Sonst hätte das Virus gewonnen, die biologische Waffe, mit der uns diese Terroristen angegriffen haben. Die Chinesen? Nein, wieso die Chinesen? Die Fledermäuse! Der Tarnscheckentyp von Gecko kann seinen Kampfanzug jedenfalls ausziehen. (Nicht, dass der fortan in Unterhose erscheint.) Die neue Strategie ist: Die Bevölkerung ans Virus verfüttern, bis ihm die Nahrung ausgeht. Man hungert es aus, indem man es mästet? Genial!

Und wenn diese Taktik wieder scheitert? Es kann uns schließlich nicht alle fressen, das depperte Virus. Na ja, manche frisst es sogar mehrmals. (Sars-CoV-2 ist ein Wiederkäuer?) Es sei nämlich nicht mehr die Frage, ob man sich infiziere, sondern wann. Tschuldigung: wie oft. Nach dem aktuellen Plan wird (sprich: soll) sich also jeder früher oder später infizieren - außer er stirbt vorher. He, muss man dafür nun extra eine dritte Kategorie in der Corona-Sterbestatistik einführen? Für jene Personen, die nicht "an" oder "mit" Corona sterben, sondern "vor" Corona? Man kann außerdem nicht ewig auf irgendwelche Minderheiten Rücksicht nehmen, die meist sowieso selber schuld sind, dass sie Minderheiten sind. Und "vulnerabel". Weil sie rauchen oder sich ungesund ernähren, alt geworden (und nicht rechtzeitig gestorben) sind, und das überlastete Krankenhauspersonal hat sich halt den falschen Beruf ausgesucht. Pech. Was kann die Mehrheit dafür?

Mich schrecken die Zahlen eh auch. Knapp 60.000 Neuinfektionen am Mittwoch! Und am Donnerstag? Nur 52.045. Von diesem BA.2-Subtyp hätte ich mir echt mehr erwartet. Wenn das so lahm weitergeht, brauchen wir selbst bei 60.000 täglichen Fällen bis Mitte August, bis alle neun Millionen Österreicher verseucht sind. Gut, die Million vom letzten Monat können wir getrost abziehen. Die ist vermutlich noch immun. Wäre immer noch Ende Juli. Den unbeschwerten Sommer kömma vergessen. Ach, warten wir einmal ab, bis die Aufhebung fast sämtlicher Maßnahmen Wirkung zeigt. Vielleicht könnte man das Ganze mit einer generellen Abschaffung der Maskenpflicht beschleunigen? Ich hab’s: Jeder darf nur noch an fünf Tagen im Monat eine FFP2-Maske tragen und an fünf weiteren einen Mund-Nasen-Schutz.

Dass die Tests reduziert werden, erfüllt mich freilich schon mit Sorge. Stimmt natürlich, jemand muss diesen Amoktestern endlich Einhalt gebieten. Manche übertreiben es ja wirklich. Die Chirurgen waschen sich sogar die Hände (auf Kosten der Allgemeinheit), obwohl sie nachher ohnehin Handschuhe anziehen. (Rationiert ihnen bitte wer die Seife?) Aber wenn kaum noch getestet wird, wie soll ich dann wissen, wann die Durchseuchung fertig ist und ich wieder öfter als einmal pro Woche raus und gefahrlos die Maske abnehmen kann? (Weil ich steig sicher nicht mit irgendeiner dahergehusteten Variante ins Bett.)