Beim Aufräumen meines Schreibtischs hab ich eine alte Notiz gefunden: "Kuba ist doch nichts anderes als eine kommunistische Mücke im Bernsteintropfen." Nein, Tschuldigung, nicht die Notiz, die andere: "Ich will nicht, dass sich die Welt verändert. Sie soll besser werden, aber nicht anders."

Tja, besser ist sie seither nicht geworden, die Welt. (Corona, Erderwärmung . . .) Und spätestens seit einem Monat, also seit dieser "speziellen Militäroperation" von diesem größenwahnsinnigen vertikal Gehandicapten, ist sie auch noch anders. Die Superreichen lassen sicher bereits die Motoren von ihren Fluchtfahrzeugen laufen. Von denen für die Landflucht, sprich Festlandflucht. Von ihren Weltuntergangsarchen. Haben Sie gewusst, dass diese Superjachten oft zusätzlich noch eine Beijacht haben, ein Schattenschiff? Dem Jeff Bezos sein schwimmender Schatten hat garantiert nicht nur die Schnorchelausrüstung an Bord, sondern obendrein eine Startrampe für seinen Flugpenis (zwecks spontaner Weltflucht, um im äußersten Notfall gleich den Planeten verlassen zu können). Am Ende werden nämlich genau zwei Personengruppen überleben: die Reichen und - ihr Personal.

Die andern, die nicht einfach abhauen können, müssen sich derweil halt mit Mantra-Meditation über Wasser halten (und sich fleißig als Archenkellnerin oder Flugpenisstewardess bewerben). Sich erbauliche Sätze vorsagen wie jenen, den dicke Buddhisten auf ihrer Homepage empfehlen: "Jeder Tag ist eine zweite Chance." Mit dem Abnehmen anzufangen? Ich hab’s in den zwei Jahren Pandemie zumindest geschafft, 15 Kilo zuzulegen. Des woa mei Leistung. (Zählt der Coronaspeck eigentlich ebenfalls zu Long Covid?) Immer wenn die Situation aussichtslos, aber nicht kritisch ist, soll man das bekanntlich "als Chance sehen". Die Leute können sich kein Benzin mehr leisten? Warum fahren sie nicht mit dem Taxi?! (Okay, den Spruch hab ich geklaut.) Jedenfalls ist dieser "Nichtkrieg" der bösen Hexe des Ostens wahrscheinlich besser fürs Klima als jede CO2-Steuer. Der Putin beendet vielleicht grad den Klimawandel im Alleingang.

Ja gut, das Leben wird dadurch generell teurer. Unleistbarer. Man kann weniger heizen, irgendwann bloß noch kalt duschen . . . - ach, zieht man sich ein bissl wärmer an. Hauberl, Schal, Handschuhe. Auch unter der Dusche, wohlgemerkt. Problem gelöst. Das Volk hat kein Brot? Wieso bäckt es sich keins? Das sollte es während der Lockdowns doch wirklich gelernt haben. Zugegeben, der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Und indem man weniger wohnt, kann man sich ebenso nix ersparen. Weil die Miete nicht billiger wird, wenn man mehr rausgeht. Außer man wird überhaupt obdachlos.

He, ich werde endlich wieder schlank! Weil ich mir bald das Essen rationieren muss. Da muss ich wohl jemandem dankbar sein. Und ich bin zuversichtlich, dass wir uns nicht vor Erreichen meines Abnehmziels (25 Kilo) von seinem Gas emanzipieren werden. Denn als die Sigrid Maurer alternative Energiequellen angepriesen hat (Wind und Sonne würden keine Rechnung schicken, "Gazprom schon"), hab ich das sofort ausprobiert (juhu, Gratisenergie!) und hab das Ladekabel mit dem Handy dran in die Sonne gehalten, bis mir der Arm eingeschlafen ist. Wenigstens wird sie mir das nicht in Rechnung stellen, die Sonne.