Eigentlich wollte ich ja über diesen "Vorfall" schreiben, der sich in der Nacht von Sonntag auf Montag ereignet hat. Die Zeitumstellung? (Die hat immerhin eine Jetlag-Pandemie verursacht, wobei mein Jetlag zum Glück symptomfrei verlaufen ist.) Ach so, nein, die war in der Nacht davor. Ich hab aber sowieso jenen "Vorfall" gemeint, wo sich der eine über die Frisur von dem andern seiner Frau lustig gemacht hat, weshalb ihm der andere eine gepickt und kurz darauf den Oscar als bester Hauptdarsteller gekriegt hat.

Okay, den hat der Will Smith nicht für seine Rolle als Rächer der Verspotteten bekommen (wobei seine Gattin ja nicht einfach einen Bad-Hair-Day gehabt hat, sondern eine Glatze, und die ebenfalls nicht zum Spaß), vielmehr wurde der Schauspieler für seine Darstellung eines anderen Schlägertypen geehrt. Oder hantiert er in "King Richard" etwa nicht mit einem Tennisschläger? (Nämlich wenn er seine Filmtöchter Venus und Serena Williams trainiert.) Und obwohl er sich mittlerweile entschuldigt hat (doch seltsamerweise nicht dafür, dass er zunächst selber über den G.I.-Jane-Scherz gelacht hat, während seine Jada an kreisrundem Haarausfall leidet), trotzdem also glauben manche Leute immer noch, das Ganze wäre wie mit der Mondlandung: Der Adler sei in Wahrheit nie auf der Wange des Komikers gelandet. Das wäre reine Show gewesen.

Feministisch war die Tat jedenfalls nicht. Weil hätte sich der "Matrix"- und "Gotham"-Star . . . - der Will Smith hat in "Matrix" mitgespielt? War das nicht der Laurence Fishburne? Nein und: Ja, das war der Laurence Fishburne. Die Jada Pinkett Smith hat in "Matrix" gespielt. Und hätte sich die nicht selbst verteidigen können? "Ned mit dem Kleid", meint der Heinz. - "Wieso, sie hätt jo nur den Arm bewegen kennan miassn." - "Oba zeast die Bühne erklimmen."

Moment: Ist eine Ohrfeige nicht eher die Waffe einer Frau? Hat sich der Will Smith da nicht womöglich der "Aneignung einer fremden Kultur" schuldig gemacht? Und hoffentlich hat er sich vorher die Hände gewaschen. Auch wenn Begrüßungen mit der flachen Hand anstatt mit der Ghettofaust eh längst nimmer verpönt sind. (Nicht, dass er den Chris Rock begrüßt hätte.) Hätte er die Watschenhand zur Faust geballt, wär’s epidemiologisch zumindest besser gewesen. Für die Nase des andern halt weniger.

Gut, darüber schreib ich jetzt ohnehin nicht, sondern lieber über die neue Teststrategie. Anfangs hat die Devise bekanntlich gelautet: "Testen, testen, testen", inzwischen ist freilich offenbar nimmer das Virus der Feind, sondern der Amoktester, den man sich selber herangezüchtet hat, und im Kampf gegen Letzteren setzt man nun eben auf die verheerendste Abschreckungswaffe, über die Österreich verfügt: die Bürokratie. Drum sind ab sofort bloß noch fünf PCR- und fünf Antigentests pro Monat gratis (außer in hochsensiblen Bereichen wie Krankenhäusern, oder wenn man Symptome hat - müssen das Covid-Symptome sein oder gelten auch Schweißfüße?), und vor allem weiß keiner so recht, wie man das überhaupt administrieren soll. Wurscht. Die Botschaft ist sowieso: Es reicht völlig, wenn Sie aufs Klo gehen. Auf eins mit Kanalanschluss. Kein Dixi-Klo, bitte. Wegen dem Abwasser-Monitoring warat’s. "Alles pinkelt!" statt "Alles gurgelt!" Na ja, solang ich mich dabei nicht mit dem Handy filmen muss . . .