In Zeiten, in denen Nachrichten von seltenem Ekelwert einander überschlagen, muss man froh sein, wenn es zwischendurch auch mal etwas zum Schmunzeln gibt. Etwas Liebes, Kleines, wo man sich denkt: "Ja, mei, wer hat sich denn dabei was gedacht?"

Severin Groebner ist Kabarettist und Autor ("Lexikon der Nichtigkeiten"), alles Wissenswerte über ihn und von ihm gibt es unter http://www.severin-groebner.de. Am 28.5. um 12 Uhr feiert er 10 Jahre "Glossenhauer" bei einer Matinee in der Bar&Co Drachengasse.
Severin Groebner ist Kabarettist und Autor ("Lexikon der Nichtigkeiten"), alles Wissenswerte über ihn und von ihm gibt es unter http://www.severin-groebner.de. Am 28.5. um 12 Uhr feiert er 10 Jahre "Glossenhauer" bei einer Matinee in der Bar&Co Drachengasse.

Und nein, ich meine jetzt nicht den Besuch unseres Kanzlers beim russischen Kriegsverbrecher Wladimir "Zeig mir Dein Schlachtschiff" Putin. Nein, das war eine Aktion, die sichtlich ganz anderen geistigen Kategorien entsprungen ist. Hier hat eindeutig sich niemand nichts gedacht. Es wurde einfach mal gemacht. Dass im Zuge dieses Nicht-Freundschaftsbesuchs auch Ex-"Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann mit von der Partie war, überrascht da nicht. Der Mann ist schon vorher durch überschäumende Nicht-Intellektualität aufgefallen. Wer "Wir sind Papst" drucken lässt, besticht durch Größenwahn und Undifferenziertheit. "So einen brauchen wir!", hat man sich da anscheinend im Umfeld des Kanzlers gedacht und den Mann engagiert, um wieder "bessere Schlagzeilen" zu generieren. Sehr gut, hat wunderbar geklappt: Operation gelungen, Glaubwürdigkeit tot.

Ich trau mich gar nicht fragen, wen der andere Ex-"Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt zurzeit berät? Herbert Kickl? Boris Johnson? Kim Jong-un?

Möglicherweise aber auch Hans Peter "Ätsch Pi" Doskozil.

Der hat nämlich großartige Ansichten. Für ihn ist Andreas Gabalier der österreichische Bruce Springsteen. Eh. Sicher. Logisch. Haben ja beide eine Gitarre. André Rieu ist für H.P. "Subdominante" Dosko dann wahrscheinlich die moderne Reinkarnation von Ludwig van Beethoven. Wegen der Haare. Und nach der Logik des Fürsten von Deutschwestungarn ist der Osterhase auch die mitteleuropäische Frühlings-Version von Godzilla. Sind doch auch mutierte Riesenechsen eierlegende Lebewesen.

Möglicherweise entdeckt El Dosco aber auch in seiner Parteichefin demnächst die österreichische Version von Jeanne d’Arc. Die Freiheitskämpferin, die den Hoffnungslosen wieder ein Ziel gibt. Ja! Leider hält sie aber dann eine Grundsatzrede und die Stimmung ist wieder ... naja. Aber so ist wenigstens die Rolle von Gian Pedro Doscozilla klar. Denn, wenn Rendi-Wagner die Jungfrau von Orleans ist, bleibt für ihn die Rolle des Bischofs von Beauvais, der diese auf den Scheiterhaufen geschickt hat. Scheiterhaufen war so etwas wie der Shitstorm des Spätmittelalters.

Aber vielleicht kommt auch alles anders. Schließlich ist gerade Ostern und die Osterruhe könnte sich breitmachen. Das heißt, es werden zuerst mal Schinken und süßes Gepäck verputzt und dann Eier gepeckt. Oder wie Hans Peter Doskozil es ausdrücken würde: Eierpecken, das Schwergewichtsboxen Österreichs.

Und dann muss natürlich noch das Osternest gefunden werden. Ob jetzt im Garten, im Wohnzimmer oder im Keller, ob im Dachboden, im Kofferraum oder im Katzenklo, wenn man es dann endlich ausfindig gemacht hat, dann heißt es sich freuen. Um jeden Preis. Man nehme sich ein Vorbild bei all den Staatschefs der EU, die auch anlässlich des Nehammer-Besuchs ein freundliches Gesicht gemacht haben. Und nur ganz aufmerksamen Beobachtern dürfte aufgefallen sein, dass sich so mancher eigentlich gedacht hat: "Wer hat sich denn was dabei gedacht?"