Aus gegebenem Anlass (denn durch den wiederaufgeflammten Kalten Krieg mit Russland könnten wir ja tatsächlich in diese missliche Lage geraten) musste ich unlängst an die einzige Szene denken, die mir aus der Beamten-Sitcom "MA 2412" in Erinnerung geblieben ist. Moment: Kann ein Kalter Krieg wieder "aufflammen"? Ist das nicht ein Widerspruch in sich? Wurscht.

Dem Amt für Weihnachtsdekoration geht jedenfalls das Klopapier aus und der als Sekretärin angestellte Blondinenwitz, die Frau Knackal, soll deshalb vom allerletzten Blatt Kopien machen. Irgendwie surreal. René Magritte, der bekanntlich eine Pfeife gemalt und dann beharrlich behauptet hat, das wäre keine (no na, das ist das Gemälde einer Pfeife und das kann man nicht rauchen - höchstens das Terpentin aus der Ölfarbe schnüffeln), der hätte nämlich sicher darunter vermerkt: "Dies ist kein Klopapier." Aber eigentlich ist es das schon. Weil mit der Kopie eines solchen kann man sich sehr wohl den Allerwertesten abwischen. Tja, ceci n’est pas un Magritte. Das ist halt kein Magritte. Das ist die beinharte Realität. Und falls uns das Alphamännchen der Russen wirklich den Gashahn zudrehen sollte, haben wir als Kollateralschaden auch irgendwann nix mehr für unsere . . . Klorollenhalter. Viele fragen sich nun, wie es so weit kommen konnte. Die plausibelste Erklärung: Der russische Präsident hat einmal nach Mitternacht was gegessen und sich daraufhin in einen Kremlin verwandelt, ein kleines Monster, das laut Wikipedia eine "große Vorliebe für Zerstörung, Panik, Vandalismus und Chaos" hat. Ach so, "Gremlin". Mit G. Passt trotzdem frappant.

Schön langsam sollten wir also den Ausstieg aus dem Häuslpapier andenken und uns Alternativen suchen. Meine Vorräte (Heinz: "Wüst damit dei Wohnung tapezieren?") werden schließlich nicht ewig halten. (Obwohl ich durchaus meine Wohnung damit tapezieren könnte. Immerhin hat meine Sorte ein recht dekoratives Blümchenmuster.) Und bis sämtliche Toiletten des Landes zu Dusch-WCs umgerüstet worden sind, wird’s a Zeitl dauern. Noch dazu wird für die Föhnfunktion wiederum Strom benötigt. Der den E-Autos nachher fehlt. Nicht unbedingt. Fächer, hallo? Die Klopapier-App überzeugt mich als Übergangslösung zumindest nicht. Kann man dieses E-Paper wie bei einem E-Book umblättern, wenn man mehr braucht? Und wie krieg ich es aus dem Handy raus, um es runterzuspülen? Stattdessen erwäge ich, mir eine höhere Leiter zuzulegen. Im Hof steht ja dieser Ahornbaum mit vielen, vielen Blättern. Andererseits sollen die doch das Klima retten. Außerdem: Was mach ich im Winter? Eine Zeitung abonnieren. Deren Blätter sind zwar nicht dreilagig, dafür hat jedes zwei Seiten. He, wie meine Bücher! Ein Freund von mir, der einmal im Freien in großer Not war, hat dagegen zu einem seiner Socken gegriffen. (Vielleicht hätte er sich den lieber vorher kopieren sollen. Und drunterkritzeln: "Dies ist kein Socken." Eh nicht, das ist Klopapier.) Ich hoffe, den andern hat er als Gackerlsackerl benutzt. Als Gackerls-o-ckerl.

Auf meiner Einkaufsliste: 600 Packungen Kopierpapier? Nein, aber gute Idee. Bananen! Wegen der Schale? Nein, aber gute Idee. Wegen der stopfenden Wirkung! Reduziert den Papierbedarf. Und: Rotwein. Wegen dem Korken? Nein, aber gute Idee. Soll ebenfalls stopfen (der Wein). Na dann, prost!