Bin wieder zurück. In der Realität. Nachdem ich fast eine ganze Woche nix von der Außenwelt mitgekriegt, keine Nachrichten geschaut habe. Um einfach einmal abzuschalten. Bzw. den Fernseher gar nicht erst einzuschalten. Außerdem hab ich dadurch brav Energie gespart. Okay, nicht total freiwillig. Meine 98-jährige Zimmergenossin, die viel zu jung für ihr Alter aussah, weil sie es angeblich dazumal "mit der Kosmetikerin übertrieben" hatte, die hatte die Fernbedienung und war leider kurz davor auf ihr Hörgerät getreten. ("Hörens mi?" - "Ja." - "Verstehens mi a?" - "Na.")

Wurscht. Dafür hab ich für meine knapp sieben Tage Weltflucht mit Vollpension und Zimmerservice lediglich 91 Euro gezahlt. 13 pro Tag. (Zum Glück bin ich keine Triskaidekaphobikerin. Hätten die nicht trotzdem 12,99 Euro daraus machen können?) Die meiste Zeit bin ich noch dazu nur faul herumgelegen. Am Strand? Am Pool? I wo. Im klimatisierten Zimmer! Draußen wär’s doch viel zu heiß gewesen. Nicht, dass die dort ein Badegewässer gehabt hätten. Höchstens eine Dusche. Abgenommen hab ich obendrein. Zweieinhalb Kilo. Und das, obwohl einem das Essen sogar ans Bett serviert wurde (lauter so Sachen wie Topfenstrudel mit Vanillesauce und Marillenkompott, Wildlachs in Dillsauce und mit Salzerdäpfeln, ein Bio-Rahmrindsschnitzerl mit Spätzle und Zucchinisalat . . .), ich nicht einmal zum Futtern aufstehen musste. Zugegeben, der Gewichtsverlust war nicht wirklich mein Verdienst. Mehr das des Chirurgen, der mir die Kilos mittels Kaiserschnitt entnommen hat. Ich war nämlich quasi mit einem Alien schwanger. Das war allerdings nicht lebensfähig. Im OP-Bericht steht was von "handballgroß". Vielleicht, wenn man den Handball in einem Brutkasten aufgepäppelt hätte, bis er fußballgroß gewesen wäre? Jedenfalls bin ich froh, dass ich das Ding los bin. Ich steh nicht sonderlich auf Ballspiele. Da zappe ich immer zu einem anderen Sender weiter.

Ein bissl ein schlechtes Gewissen hab ich natürlich schon gehabt. Die armen Fiakerpferdln haben in der Hitze rumstehen müssen, während mich die Klimaanlage angeblasen hat. (Äh, und wer denkt an die armen Kutscher? Die harren bei denselben Temperaturen aus. Und ihnen sitzt überdies ein Hut auf dem Kopf wie eine Glucke.) Und oft hat es gleich zweimal am Tag was Warmes gegeben. Herd, hallo? Sollte eigentlich für ein "Land am Strome" kein Problem darstellen. Wenn Österreich nicht in Wahrheit das "Land am russischen Gase" wäre. Und das Kochwasser von den Spätzle haben die in der Küche sicher weggeschüttet. Das hat bestimmt niemand den Italienern gespendet, die ja mit ihrem Pastawasser die Blumen gießen sollen und denen grad diese Bettnässer verdursten (die Flüsse). Und wenn ihnen die Blumen bereits verdorrt sind? Ach, hängen sie halt einen Teebeutel ins noch heiße Spaghettiwasser. Das Volk hat kein Wasser? Warum trinkt es nicht Wein? Oder Bier? Moment: Braut man Letzteres nicht aus Wasser, Hopfen und Malz? Kann sein. Na und? Uns betrifft’s sowieso nicht. Wir haben genug Wasser, um damit unfruchtbare, zu Tode gesteinigte Böden zu bewässern, überall Nebelduschen hinzupflanzen. Oder uns 30 Sekunden lang die Hände zu waschen. Wobei ein Wasserhahn pro Minute locker 20 Liter ins Becken kräht. Wenn irgendwann plötzlich 15 Sekunden reichen, wird’s auch bei uns ernst.