Es gibt Bereiche, da hat sich nichts - genau gar nichts - getan in den letzten 30 Jahren. Das kann man positiv sehen. Denn wenn das überall so wäre, würde ich mich jetzt auf den Zusammenbruch der Sowjetunion freuen (im Gegensatz zu diesem wirklich sehr, sehr kleingewachsenen KGB-Offizier in Dresden) und auf das neue Album dieser geilen, neuen Band . . . wie heißt die? Nirvana! Genau. Gleichzeitig wäre ich aber auch besorgt über die steigende Aggressivität zwischen den USA, dem Irak und Kuwait. Dafür wüsst ich noch nicht, was ein Server ist, eine E-Mail, geschweige denn ein Smartphone. Und auf einem Tablet würde ich Speisen servieren und ein "t" vermissen

Severin Groebner ist Kabarettist und Autor ("Lexikon der Nichtigkeiten"), alles Wissenswerte über ihn und von ihm gibt es unter http://www.severin-groebner.de. Am 16.9. feiert sein neues Programm "ÜberHaltung" im Kabarett Niedermair Premiere.
Severin Groebner ist Kabarettist und Autor ("Lexikon der Nichtigkeiten"), alles Wissenswerte über ihn und von ihm gibt es unter http://www.severin-groebner.de. Am 16.9. feiert sein neues Programm "ÜberHaltung" im Kabarett Niedermair Premiere.

Aber es ist ja nur eine Gedanken-Spielerei.

Wir haben 2022. Und deshalb hat das Wegener-Institut den CO2-
Ausstoß Österreichs des letzten Jahres errechnet. Und der war - Überraschung! - genau so hoch wie 1990. Ist doch beruhigend, oder? 30 Jahre Appelle, Studien, klimawissenschaftliche Modelle, die Jahr für Jahr genauer - und damit beunruhigender - werden und bei uns ist alles, wie es war.

Wer war eigentlich in den letzten dreißig Jahren in der Regierung? Ich komm nicht drauf.

Aber natürlich stimmt es nicht, dass sich nichts getan hat. Es hat sich einiges geändert. Denn die Einkommensverteilung hat sich in den letzten 30 Jahren massiv gewandelt. Vor allem seit der Finanzkrise. Und in der Pandemie. Ja, die Armen sind ärmer und die Reichen reicher geworden. Es tut sich also etwas in diesem Land!

Wer war nochmal in der Regierung?

Egal, es geht ja voran in diesem Land. Und wie! Die Versiegelung von Böden zum Beispiel, die schreitet voran. Sicher speichern Böden, die reich an Humus sind, mehr CO2. Oder auch Böden auf denen Wald wächst oder wo sich Moore befinden. So was ist gut für das Klima und die CO2-Bilanz. Und deshalb sind auch in den letzten 30 Jahren 150 000 Hektar Äcker und Wiesen "aus der Produktion genommen" worden, soll heißen: Es sind keine Äcker und Wiesen mehr.

Das ist in etwa die gesamte Agrarfläche des Burgenlands. Wer will, kann sich das auch in Fußballfelder oder Vorarlbergs umrechnen. Die Flächenversiegelung steht in diesem schönen Land der Skipisten, Einkaufszentren und Autobahnen bei rund 20 Quadratkilometer pro Jahr. Und wo ist sie hin, die Fläche, die versiegelte? Mit ein bisschen Glück steht gerade Ihr Auto drauf.

Ein Auto, das in den letzten 30 Jahren auch um einiges größer geworden ist im Durchschnitt. Vor 30 Jahren hießen SUVs noch Radpanzer. Und die standen auch nicht vor Schulen rum, sondern in Kriegsgebieten.

Aber ist die Schule nicht auch irgendwie ein Kriegsgebiet geworden in den letzten Jahren? Zumindest für die gut betuchten Eltern, die ihren hochbegabten Nachwuchs nicht mit dem Murat zusammen in die Erziehungsanstalt schicken wollen, weswegen sie das Kind, das da am Tablet hängt, viel weiter durch das Land kutschieren müssen, weswegen es mehr Straßen braucht, warum wiederum Flächen umgewidmet werden müssen, auf denen gerade noch ein Wald, ein Moor oder ein Acker war, der CO2 gespeichert hätte, müsste man das jetzt nicht zubetonieren. Denn das machen wir seit - mindestens - 30 Jahren so. Und weigern uns etwas dazuzulernen.

So wie unsere Regierung.

Wenigstens ist jetzt Margaret Thatcher zurückgetreten.