In ungefähr zwei Wochen darf ich endlich. Aber dann könnte es bereits zu spät sein. Für den längst überfälligen Hamsterkauf. Seit einem Monat warte ich nun schon ganz nervös auf den 3. August (ein Mittwoch). Und in der Zwischenzeit wird alles teurer. Wenn das so weitergeht mit der Inflation, werde ich mir den Hamsterkauf irgendwann schlichtweg nimmer leisten können. Außerdem verschicken die Energieanbieter aktuell Briefbomben an ihre Kunden. Man traut sich das Kuvert mit der Stromrechnung gar nicht zu öffnen. Aus Angst, es macht vielleicht "bumm!". (Die Strompreise explodieren ja angeblich.)

"Sechs Wochen nix Schweres heben", hat jedenfalls die Anweisung des Chirurgen gelautet. Wobei: Sooo viel wiegt ein Hamster auch wieder nicht. (Okay, schwacher Scherz.) Und weshalb sollte ich mir ausgerechnet einen weiteren Esser nach Hause holen? Nix Schweres heben . . . - und tragen? Keine Ahnung, hab nicht gefragt, ob das erlaubt wäre. He, und was ist mit den Unmengen an Konservendosen, Nudeln und Reispackerln, die ich damals vorm ersten Lockdown gehamstert habe? Ach, die eine Hälfte ist Anfang des Jahres abgelaufen, die andere muss ich spätestens im September wegschmeißen, warum? Wenigstens Klopapier könnte ich mir allerdings besorgen. Eine Rolle wiegt grad einmal 96 Gramm. Dasselbe wie ein Hamster. (Den hab ich freilich nicht auf meine Küchenwaage setzen können, den hab ich Google für mich abwiegen lassen. Aha, ein erwachsener Goldhamster kommt auf 85 bis 150 Gramm.) Ein schlanker Hamster. Einer auf Diät. Weil sein Besitz-Persönchen (Herrl und Frauerl, sagt man das noch?) ihm die Körndl-und-Mehlwürmer-Fertigmischung weggefuttert hat, nachdem es im Internet gelesen hatte: "Finanztipp: Lege Geld zurück für die hohe Gas-Nachzahlung." Welches Geld? (Das vom Hamster. Sein Essensbudget.)

Hm. Die Papiersackerln, in denen ich die Dosen heimtransportieren werde, könnte ich ebenfalls noch kaufen. Bevor eines fünf Euro kostet. Oder sie rationiert werden. Weil das in der Herstellung äußerst gasintensive Papier schön langsam knapp wird. Bald werden die ersten Papiersackerlfabriken auf Plastik umrüsten müssen. Moment: Muss man die Dosenravioli nicht kochen? Ja, eh. Auf den Trockner und den Geschirrspüler soll man verzichten, um Energie zu sparen (damit genug für die übrig bleibt, die das nicht müssen - und natürlich, um selber nicht total zu verarmen), nicht auf den Herd. (Noch nicht.) Na super. Die, die diese Geräte alle nicht besitzen (ich hab nicht einmal eine elektrische Zahnbürste), die sind jetzt die Dummen. Die können ihren Stromverbrauch nicht reduzieren, indem sie diese nicht einschalten. Die können höchstens aufhören, Äpfel, Weintrauben oder Tomaten zu essen.

Ich zumindest nehme gar kein "Gemübst" (Gemüse und Obst) mehr zu mir, das man vor dem Verzehr waschen soll. Noch dazu warm. Bloß noch welches, das man schält. Bananen, Orangen, Mangos, Kiwis, Ana-Nasen (oder was ist der Plural von Ananas?). Aber kommen die nicht von weit her? Brauchen meine ökologischen Füße nachher nicht eine Schuhnummer größer? Abgesehen davon, dass man Äpfel genauso schälen kann. Und statt Tomaten nimmt man einfach Ketchup. Wurscht. Das Klima ist sowieso nimmer zu retten. Die Menschheit jedoch hat womöglich noch eine Chance.