Juhuu, eine neue Verordnung! Am 1. August tritt sie in Kraft. Nämlich die "Verkehrsbeschränkungsverordnung". Endlich. Dem Klima geht’s eh schon so schlecht. Doch das wird ja nun besser. Weniger Verkehr, mehr Platz fürs Klima. Oder wurde die wegen der Energieknappheit erlassen? Was steht überhaupt drin? Tempo 100 auf den Autobahnen? Oder werden die gleich zu 30er Zonen? Oder zu Radwegen? Weil auf Letzteren der Spritverbrauch geringer ist? Oder wird der autofreie Tag wieder eingeführt? Nein? Nicht? Weil mit den "Personen, für die ein positives Testergebnis vorliegt" und für die diese Verordnung gelten soll, halt nicht diejenigen gemeint sind, die die Führerscheinprüfung geschafft haben?

Vielmehr müssen Corona-Infizierte in Hinkunft nicht mehr in Quarantäne. Die dürfen dann frei herumlaufen und sogar arbeiten gehen, solange sie es mit einem mobilen Luftfilter tun, also eine FFP2-Maske oben haben. In Innenräumen, wenn sie nicht allein sind, "durchgehend" und im Freien nur, "sofern ein Mindestabstand von zwei Metern zu anderen Personen nicht eingehalten werden kann". Okay, ich nehm das Juhuu zurück. Moment: Was, wenn ab Montag die Leute glauben, ich wäre nicht bloß beschränkt (weil ich die Maske an Orten trage, wo ich es gar nicht müsste: in der Fußgängerzone . . .), sondern ich wäre sogar verkehrsbeschränkt? Na, hoffentlich. Kommen mir diese unmaskierten Kamikaze-Atmer in der U-Bahn vielleicht ein bissl weniger nahe. Verdammt, die Kellner werden mich nimmer bedienen, zumal ich erst nach dem Servieren die Maske abnehme, um sie beim Zahlen wieder aufzusetzen. Oder schlimmer: Ich krieg den Kellner mit Maske, so einen "Ansteckungsverdächtigen", und werde ans Beschränktentischerl verbannt.

Gut, der Aufenthalt im Gasthaus ist nicht dezidiert erlaubt, er ist lediglich nicht verboten. Lokale sind schlichtweg nicht in der Liste mit den Betretungsverboten aufgeführt. Selbst ein Schnitzerl zu bestellen, ist nicht nicht gestattet. Geht eigentlich die Klokabine als separater Raum durch? Sonst könnte man es eventuell dort verspeisen. (He, und den Pfarrer bittet man einfach, einem die Hostie zum Mitnehmen einzupacken.) Im Endeffekt wird sich freilich genau . . . nix ändern. Die Symptomlosen wissen schließlich nicht, dass sie symptomlos sind. Die halten sich für gesund und haben folglich keinen Grund, sich testen zu lassen. Und die andern bleiben entweder sowieso daheim, wenn sie krank sind, oder sie gehören zu denen, die bereits jetzt in den Öffis "Maske-negativ" sind und dabei womöglich noch ungeniert herumhusten.

Aber zum Glück überlässt der Gesundheitsminister die Pandemiebekämpfung nicht dieser ominösen "Eigenverantwortung", von der er selbst sagt (auf der Pressekonferenz am Dienstag), dass sie "in Österreich offensichtlich nicht funktioniert". Lieber setzt er neuerdings auf "Verantwortungsübernahme" (Rauch). Das "Österreichische Wörterbuch" kennt den Begriff jedenfalls nicht. Der "Duden" genauso wenig. Allerdings das Online-Wörterbuch "Wortbedeutung.info": Irgendwas mit "verantwortliche(m) Verhalten" und dass "eine Person bereit ist, die Konsequenzen zu tragen". Die Konsequenzen? Eine Maske soll sie tragen! Tja, schon Goethe hat geschrieben: "Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!" "Sei", wohlgemerkt. Nicht "ist".