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Golf emanzipiert sich zunehmend von seinem Ruf, ein Hobby für Reiche zu sein. Manche Snobs mögen das als bedenkliche Entwicklung sehen, aber die können ja ohnehin in ihren Clubs unter sich bleiben. Wie in anderen Bereichen auch übernimmt die Preisgestaltung die Einteilung der Menschheit in verschiedene Klassen. Mögen sich Initiativen wie Golf 2000 und der Österreichische Golfverband noch so sehr um einen niederschwelligen Zugang zum Zwecke der Nachwuchsförderung bemühen, Golf bleibt eine elitäre Angelegenheit. Und zwar schon deshalb, weil es ziemlich zeitintensiv ist. Golfen lernt man nur durch stetiges Üben und Trainieren, eine Runde zu spielen dauert mehrere Stunden. Ein halber Tag ist da weg wie nichts.

Manche werden auch abgeschreckt vom komplizierten Regelsystem und der berüchtigten Etikette, die wie Initiationsriten das Tor zum Fairway öffnen. Dieses Reglement muss man wollen. Andererseits ist Golf ein ernstzunehmender Sport mit gehörigem Suchtpotenzial, der von Menschen jeden Alters und jeder Figur gespielt werden kann, ganz ohne Konkurrenzgehabe. Man spielt immer nur gegen den Platz und nicht gegen einen Partner, der einen dumm aussehen lässt. Es ist nie zu früh, damit zu beginnen, und es ist nie zu spät, es zu erlernen, heißt es auf der Homepage des Golfverbands.

Artikel erschienen am 24. Mai 2013 in: "Wiener Zeitung", Beilage "Wiener Journal", Seite 3.