Heute wär’ ein guter Tag, sich das Rauchen abzugewöhnen. (Von Ihnen aus gesehen heute. Aus meiner Sicht ist heute das Gestern von morgen. Nämlich erst Donnerstag.) Heute jährt sich ja nicht zufällig wieder der 31. Mai. Eh nicht. Das war vorhersehbar. An jedem 31. Mai ist der 31. Mai. Und da ist Weltnichtrauchertag.

Ich bezweifle allerdings, dass diese ominösen Nichtraucher überhaupt existieren. Die Nichtraucher, denen ich begegnet bin, waren bestenfalls Passivraucher. Und irgendwann wird eine Studie schon noch nachweisen, dass das Rauchen sogar an der Erderwärmung schuld ist. (Das Klima muss ja mitpaffen, wenn die halbe Menschheit ihr Leben ausraucht, das kann nicht derweil die Luft anhalten.) Und der Klimawandel führt zu einem Burnout. Bei den Eisbären. Weil sie sich so abstrampeln müssen, im Wasser. Die werden alle zu Kakerlaken mutieren. Ach, ich hab ebenfalls ein Burnout. Und krabbel ich vielleicht nur noch auf dem Boden rum? Heut Früh jedenfalls (das war für Sie spätestens gestern) hab ich mich noch nicht wie ein Ungeziefer gefühlt. Mehr wie ein Eisbär. Halb ausgestorben. Nachdem ich am eigenen Leib zu spüren bekommen hatte, dass das Klima im Wechsel ist. Mir hatte geträumt, ich träte Wasser mit den Bärlis. Dabei muss ich wild um mich gekickt haben wie ein in die Enge getriebener Fußballer. Denn plötzlich: Titanic ahoi! Und genau im Moment der Kollision (aua!) war ich auf dem Fußboden aufgewacht, elendiglich ertrunken in meinem Schweiß. Ganz offensichtlich war ich aus dem Bett rausgeschwommen. Das war ein Zeichen. Dass die andern endlich was tun müssen. Ich mach sowieso schon genug, um meinen CO2-Ausstoß zu reduzieren. Sogar die Anzahl der Kerzen auf meiner Geburtstagstorte hab ich verringert und feiere seit Jahren meinen 25. Geburtstag. Jeder muss eben Opfer bringen. Und wer glaubt: "Ah, von die paar Tschick geht die Sunn ned unter", dem sollte klar sein: Was wir vom Klimawandel mitkriegen, das ist bloß die Spitze des Eisbären (weil nur der Kopf rausragt).

Hm. Wenn Passivrauchen so schlimm ist, dass die Gesundheit davon krank wird, müsste man dann nicht besonders die Raucher davor schützen, die doch viel ungesünder sind als die Nichtraucher? Wenigstens dieses Gerät aus diesem Horrorfilm sollte es auf Krankenschein geben. Ähm, eine Kettensäge? Um das Kraut des Bösen niederzumetzeln, wie viele Finger es auch koste? Nein. Seit wann kommt in "Frühstück bei Tiffany" eine Kettensäge vor? Da massakrieren sich Kettenraucher gegenseitig ihre Lungen. ("Frühstück bei Tiffany" - sicher so eine geniale Übersetzung. Der Originaltitel war wahrscheinlich: "The New York Chainsmoking Massacre".) Audrey Hepburn raucht da zumindest Glimm am Stängel. Nennt man das Nordic Smoking? Weil beim Nordic Walking geht man mit Stäbchen und hier raucht man damit (halt nur mit einem). Pünktlich zum Passivrauchertag weiß ich jetzt, was das ist. Ein Passivrauch-Entferner. Okay, er macht den Nebenstromrauch nicht weg, aber er hält ihn auf Abstand. Eventuell wirkt ein sooooo laaaaanger Zigarettenspitz unmännlich. Selbst Chuck Norris sähe schwul aus. Wie wenn er sein Bier mit dem Strohröhrl trinken tät. Und richtige Männer benutzen kein Besteck. Die tschicken mit bloßen Lippen.