Da waren wir wohl alle sehr erleichtert, haben geklatscht und gejubelt, als wir die Fernsehbilder von diesem riesigen Feuerball gesehen haben. Die Amerikaner haben den Terror am Dienstag, dem 28. Oktober 2014, um 23.22 Uhr Mitteleuropäischer Zeit endgültig besiegt. (Jippiiiii!) Und das schon zum 893. Mal. Mindestens.

Operation Clay Pigeon (Tontaube) war also ein voller Erfolg. Mitglieder einer streng geheimen Spezialeinheit (und die ist so topsecret, nicht einmal ihr Leiter weiß, wie sie heißt oder dass sie überhaupt existiert) haben es im allerletzten Moment geschafft (oder eigentlich erst sechs Sekunden nach dem allerletzten Moment), eine Versorgungsrakete der Islamisten in die Luft zu jagen. Nein, das klingt irgendwie zweideutig. Sie haben die Rakete gesprengt. Und den Islamic State in Space (ISS) vom Nachschub abgeschnitten. Moment, haben die Amis nicht vorher selber fleißig beim Aufbau dieses Schurkenstaats im All mitgeholfen? Und jetzt retten sie die Erde davor? Leiden die an einem Münchhausen-Stellvertretersyndrom?

Es ist mir echt peinlich, aber: Ja, auch ich habe den Terror unterstützt. Unabsichtlich. Jeden Augenblick kann das Einsatzkommando Cobra meine Wohnung stürmen und meinen Tritthocker Bekväm, meinen Vorhang Christine, den Deckenfluter Not und einen Hochflorteppich, dessen Name mir grad entfallen ist, beschlagnahmen. Doch offenbar nehmen die Behörden die Bedrohung nicht ernst genug. Worauf warten die denn noch? Darauf, dass die Salafisten Ikea-Kataloge gratis verteilen? Und bis dahin glauben sie einfach der PR-Tante von Ikea. Der kleine weiße Roboter auf dem Cover des aktuellen Katalogs sei gar kein Dschihadist. Und wieso ist dann auf seinem linken Bein "IS" zu lesen? Zufall. Gefaltet worden wäre er aus einem Karton mit der Aufschrift: "This side up." (In Blockbuchstaben.) Ja klar. Eine bessere Ausrede ist ihr nicht eingefallen? ("Es handelt sich um den naiven Nachbau eines Klonkriegers aus der Star-Wars-Galaxie. IS: Imperiale Sturmtruppen.")

Ich weiß jedenfalls genau, wofür Ikea steht: "Islamiska Kalifatet i Europa och Amerika." Das ist Schwedisch für: Islamisches Kalifat in Europa und Amerika. Wir wohnen längst mittendrin. (Und waren auch noch so blöd und haben es willfährig selber mit dem Inbusschlüssel zusammengeschraubt!) Ikea ist eine Terrororganisation mit dem Ziel, in der westlichen Welt ein Kalifat zu errichten. Oder: einzurichten. Mit Selbstbaumöbeln. Alles abzustreiten ist zwecklos. ("Wir sind keine Islamisten. Unsere beliebten Köttbullar-Fleischbällchen enthalten Schweinefleisch. Die sind garantiert nicht halal." Na und? Dann wird halt das Leder für die Sofas Karlsfors, Ystad und Arild von geschächteten Rindern stammen.)

Wenn der Verfassungsschutz nicht bald handelt, muss ich dem Anführer der freien Welt ein Mail schreiben: "Dear Mr. President Obama! Could you please send us a few Navy Seals to save the people of Austria from the Islamic Caliphate. Austria is located at the water, so they can comfortably come by submarine. They just have to follow the Danube until they see the Donauturm. Then they take the U1 to Kagraner Platz and from there the bus 24A to Zwerchäckerweg. There is a blue and yellow house . . ." DieNavy Seals werden sich mit dem positiven Spruch, der vorn auf dem Ikea-Katalog drauf ist ("Heute wird ein schöner Tag"), genüsslich den Hintern abwischen. Ihr Motto lautet nämlich: "The Only Easy Day Was Yesterday."